Unkraut unterdrückende Wirkung von Saatwicken in Reinsaat und im Gemengeanbau mit Hafer in Abhängigkeit von Aussaatstärkenverhältnis und Wickensorte

Böhm, Herwart GND

Saatwicken ( Vicia sativa L.) werden derzeit vor allem in Zwischenfruchtgemengen angebaut. Sie zeichnen sich hierbei durch eine hohe Biomassebildung mit guter Durchwurzelungsintensität und einer guten Unkraut unterdrückenden Wirkung aus. Möglich ist jedoch, wenn auch nur im Gemengeanbau mit einer Stützfrucht, der Anbau als Körnerleguminose. Die Samen der Saatwicke weisen hohe Proteingehalte und eine gute Aminosäurenzusammensetzung auf, sodass sie als eiweißhaltiges, betriebseigenes Futtermittel genutzt werden können. Eine mechanische Unkrautregulierung stellt sich in Wickenbeständen als schwierig dar. Daher wurde die unkrautunterdrückende Wirkung von unterschiedlich zusammengesetzten Wicken-Hafer-Gemengen untersucht. Hierzu wurden in den Jahren 2011 und 2012 am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau Feldversuche mit den Wickensorten Berninova, Ina, Jaga, Toplesa und Slovena in Reinsaat und im Gemenge mit Hafer angelegt. Die Gemenge wurden in drei unterschiedlichen Aussaatstärkenverhältnissen angebaut (75% Wicke mit 25 % Hafer; 50 % Wicke mit 50 % Hafer; 25 % Wicke mit 75 % Hafer der jeweiligen Reinsaat-Aussaatstärke). Während der Vegetationsperiode erfolgte zur Erfassung der Unkrautbiomasse eine Probenahme zum Zeitpunkt der Blüte der Wicken und eine weitere zum Zeitpunkt der Ernte. Die Auswertung der bislang zweijährigen Ergebnisse zeigten Wechselwirkungen zwischen den geprüften Saatwickensorten und den Aussaatstärkenverhältnissen als auch zwischen den Sorten und den Probenahmeterminen. Dabei wies die Unkrautbiomasse in den verschiedenen Gemengen einer Sorte in den meisten Fällen vergleichbare Abstufungen auf. So wurde die höchste Unkrautbiomasse, mit Ausnahme der Sorte Slovena, in den Reinsaaten, die geringste in den Gemengevarianten mit einem Anteil von 75 % Hafer ermittelt. In den Reinsaaten wies die Sorte Toplesa aufgrund ihres weniger blattreichen und aufrechteren Wuchstyps sowie eines schlechten Feldaufganges die signifikant höchste Unkrautbiomasse auf, gefolgt von der Sorte Ina. Die sortenbedingte Unterschiede nahmen mit zunehmenden Anteilen des Hafers in der Saatmischung ab, sodass in den Gemengen mit 50 % und 75 % Hafer keine signifikanten Unterschiede mehr auftraten.

Seed vetches (Vicia sativa L.) are currently grown mainly in catch crop mixtures. They are characterized by a high biomass production with a good rooting intensity and good weed suppressing effect. However, common vetches can be cultivated as a grain legume, but in this case only as an intercrop together with a supporting crop. The seeds of common vetch have a high protein content and a good amino acid composition, so that it can be used as a high protein, on-farm produced feedstuff. Mechanical weed control is difficult in common vetch cultivation. So the weed suppressing effect of different vetch-oat-mixtures was investigated. Field trials were conducted at the Thünen-Institute of Organic Farming with the vetch cultivars Berninova, Ina, Jaga, Toplesa and Slovena in pure stands and in intercrops with oat in the years 2011 and 2012. The intercrops were sown in three different seed density ratios (75% vetch with 25% oat, 50% vetch with 50% oat, 25% vetch with 75% oat of the respective sole seed density). During the growing season weed biomass was harvested, once at the time of flowering of common vetch and another sample was taken at the time of harvest. The evaluation of the two-year results showed interactions between the tested cultivars and the seed density ratios as well as between cultivars and the sampling time. Weed biomass showed in the different mixtures within a cultivar in most cases comparable graduations. The highest weed biomass, with the exception of the cultivar Slovena, was determined in pure stands, the lowest one in the mixture with a share of 75% oat. In pure stands, Toplesa showed due to their less leafy and upright growth type as well as a lower field emergence, the significantly highest weed biomass, followed by the cultivar Ina. The cultivar related differences decreased with increasing amounts of oat in the seed mixture, so that no significant differences were evident in the mixtures with 50% and 75% oat

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Böhm, Herwart: Unkraut unterdrückende Wirkung von Saatwicken in Reinsaat und im Gemengeanbau mit Hafer in Abhängigkeit von Aussaatstärkenverhältnis und Wickensorte. Braunschweig 2014. JKI.

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