Fütterung und Haltung von Hochleistungskühen : 7. Die Futteraufnahme und ihre Schätzer

Walter, Klaus GND

Hohe Milchleistungen erfordern entsprechend hohe Futteraufnahmen, wenn die Kuh nicht abmagern und gefährlichen Energie- und Nährstoffdefiziten ausgesetzt sein soll. Milchviehhalter und Beratung nutzen Schätzer für die Bestimmung der Futteraufnahme, um die bestmögliche Fütterung zu erzielen. Die Schätzer von NRC (2001) und Meinhold et al. (1976) basieren allein auf tierspezifischen Daten. Obwohl die Schätzer von Robinson (2006) und Gruber et al. (2004) zusätzlich Kennzahlen des Futters und der Ration umfassen, liegen die errechneten Futteraufnahmen auf vergleichbarem Niveau. Mit dem Gewicht der Kuh steigt die Futteraufnahme und damit auch die maximal erzielbare Milchleistung. Die Futteraufnahme weist jedoch erhebliche tierspezifische Niveauunterschiede auf, die die maximal erzielbare Leistung ebenso stark beeinflusst wie die Gewichtsdifferenzen. Alle Schätzer stellen eine enge Beziehung zwischen Milchleistung und Futteraufnahme her. Diese positive Relation bewirkt, dass die Schätzer des NRC (2001) und von Meinhold et al. (1976) auch ohne direkte Beziehung zur Futterqualität ein ähnliches Niveau der Futteraufnahme aufweisen wie die Schätzer von Robinson (2006) und Gruber et al. (2004), die eine positive Beziehung zur Futterqualität berücksichtigen. Gegen Ende der Laktation übersteigt bei den höchsten Futterqualitäten die von allen Schätzern ermittelte Futteraufnahme das für eine bedarfsgerechte Versorgung erforderliche Niveau. Milchvieh haltende Betriebe sorgen in der Regel für eine stets ausreichende Versorgung mit (aufgewertetem) Grundfutter und verabreichen entsprechend der Milchleistung zusätzlich Kraftfutter. Diese am Durchschnitt orientierte Versorgung berücksichtigt weder das tierspezifische Niveau des Futteraufnahmevermögens noch deren tägliche Schwankung. Bei der erforderlichen Weiterentwicklung der Schätzer sollten tierspezifische Unterschiede, Energie- und Nährstoffbilanz, Kondition, Krankheit, Klima und betriebliche Charakteristika größere Bedeutung erlangen.

High milk yield requires an appropriate level of feed intake in order to avoid excessive loss of weight and dangerous energy and nutrient deficiencies. Thus, estimators are used by dairy farmers and consultants to determine feed intake, aiming at the best possible feeding. The estimators of the NRC (2001) and Meinhold et al. (1976) are based solely on animal specific data. Although the estimators of Robinson (2006) and Gruber et al. (2004)) include additional statistics on feed and rations, the calculated feed intake is at a comparable level. Feed intake increases with the weight of the cow and thus also the maximally targetable milk yield. Feed intakes show significant animal-specific level differences that impact the maximal targetable performance just as strongly as weight differences. All estimators presume a strong cohesion between yield and feed intake. That is why the estimators of the NRC (2001) and Meinhold et al. (1976), even without a direct correlation to feed quality, show a similar level of feed intake as do the estimators of Robinson (2006) and Gruber et al. (2004), which take a positive correlation between feed quality and intake into account. Towards the end of lactation, assuming constantly highest quality feed, all estimators present feed intakes higher than needed. Dairy cows are generally provided a constantly adequate supply of (enriched) basic rations, as well as additional concentrates according to each cow’s individual level of milk yield. The supply based on the average yield considers neither the animal-specific level of feed intake nor the amount of day to day shifts in milk yield. In the course of a necessary further development of the estimators of feed intake, variables like animal-specific differences, energy and nutrient balances, body condition, disease, climate and farm characteristics should be awarded a greater attention and meaning.

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Walter, Klaus: Fütterung und Haltung von Hochleistungskühen : 7. Die Futteraufnahme und ihre Schätzer. 2012.

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