Fütterung und Haltung von Hochleistungskühen : 3. Ab- sowie Aufbau von Körpersubstanz und erzielbare Leistung

Walter, Klaus GND

Milchkühe verfügen über die Fähigkeit Körpersubstanz in Milchleistung umzuwidmen. Dieses im Zuge der Evolution entwickelte Potential wird in der Milchproduktion erfolgreich genutzt, um hohe Leistungen und Gewinne zu erzielen. Die vom NRC (2001) dazu entwickelten algorithmischen Beziehungen bilden die Grundlagen zur Bewertung der Fähigkeit Körpersubstanz in zusätzliche Milchleistung umzuwandeln. Mittels Simulation lässt sich zeigen, dass eine Kuh mit 675 kg Lebendgewicht und ausgewogener Fütterungskondition am Beginn der Laktation bei einer Umwidmung von 8 % (16 %) der Körpersubstanz, entsprechend einem Rückgang des bcs um Punkt (2 Punkte), eine um 1.000 kg (1.800 kg) höhere Laktationsleistung erreichen kann. Kühe mit flacher Laktationsfunktion und hoher Persistenz sind in der Lage höhere Leistungszuwächse durch Umwidmung von Körpersubstanz in Leistung zu erzielen als Kühe mit steilem Anstieg und schnellem Abfall der Tagesleistung. Je höher das Gewicht der Kühe in ausgewogenem Futterzustand ist, umso größer fällt der Leistungszuwachs aus. Ausgehend von 675 kg ermöglicht ein um 100 kg höheres Gewicht einen Extraleistungszuwachs von 250 kg Milch, mit zunehmender Tendenz bei noch höheren Gewichten. Ein stärkeres Ausfüttern vor Laktationsbeginn erhöht theoretisch die in Leistung umwandelbare Körpersubstanz. Weitere Kalkulationen zeigen jedoch, dass die bei fetteren Kühen beobachtete reduzierte Futteraufnahme diesen Zuwachs nahezu aufzehren kann. Weil gleichzeitig die gesundheitlichen Risiken ansteigen, verliert diese Strategie ihre Attraktivität. Den gesundheitlichen Risiken der Umwidmung von Körpersubstanz in Leistung stehen bedeutende Leistungszuwächse gegenüber, auf die eine Milchproduktion angewiesen ist, wenn Leistungssteigerungen langfristig unabdingbar sind. Die Schlussfolgerung kann nur sein, die Risiken zu minimieren und diesen Ansatz zur Leistungssteigerung zu nutzen.

Dairy cows have the ability to turn body reserves into milk. This potential, developed by nature in the course of evolution, is successfully used in dairy production to attain high yield and profits. The algorithmic relations developed for this purpose by the NRC (2001) serve as the basis to evaluate the ability of body substance to be transformed into additional milk. Simulation allows us to show that a cow with a balanced feeding condition weighing 675 kg at the start of lactation can reach 1000 kg (1800 kg) milk yield, with a redistribution of 8 % (16 %) of its body reserves resulting in a drop in the bcs of 1 point (2 points). Cows with a flat lactation curve and high persistence are capable of more performance growth by rededication of body reserves into performance than cows with a sharp increase and fast drop in daily performance. The higher the cow’s bodyweight in a balanced feeding condition, the greater the yield increases. Assuming 675 kg, an 100 kg higher live weight enables an extra yield of 250 kg milk with an increasing tendency at even higher weights. Starting the lactation with a bcs of 5 theoretically increases the body substance convertable into milk. However, further calculations show that with fatter cows, the observed reduction of feed intake can absorb this growth and increase the health risk. The health risks in the conversion of body reserves into performance is in contrast to significant yield growth which depends on milk production if it is to be targeted to success over the long term. The conclusions here can only be to reduce the risks and to use this approach to increase milk yield.

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Walter, Klaus: Fütterung und Haltung von Hochleistungskühen : 3. Ab- sowie Aufbau von Körpersubstanz und erzielbare Leistung. 2009.

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