Das deutsche Protein-Bewertungssystem für Wiederkäuer in der Diskussion

Lebzien, Peter

Das 1986 in die Praxis eingeführte deutsche Proteinbewertungssystem (GEH 1986) ermöglicht aufgrund der Berücksichtigung der N-Umsetzungen im Verdauungstrakt eine gezieltere Proteinversorgung der Wiederkäuer, als dies bis dahin über das scheinbar verdaute Rohprotein der Fall war. Es basiert auf der Berechnung des nutzbaren Rohproteins, das aus den Mägen in den Dünndarm der Tiere gelangt, dort verdaut wird und in Form von absorbierbaren Aminosäuren zur Verfügung steht. Das nutzbare Protein stammt aus zwei Quellen: Aus dem im Pansen synthetisierten Mikrobenprotein und aus dem unabgebaut den Pansen passierenden Futterprotein. Hier setzen alle neuen Proteinbewertungssysteme an. Das heißt, die am Darm zur Verfügung stehende Menge an Protein wird als Summe aus Mikrobenprotein und unabgebautem Futterprotein ermittelt. Dabei wird in diesen Systemen davon ausgegangen, daß die mikrobielle Proteinsynthese im Pansen - eine ausreichende Stickstoffversorgung vorausgesetzt - in Abhängigkeit von der Energieversorgung konstant ist und daß die ruminale Abbaubarkeit des Proteins allein vom Futtermittel abhängt.

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Lebzien, Peter: Das deutsche Protein-Bewertungssystem für Wiederkäuer in der Diskussion. 1996.

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