Waldschutzrisikomanagement – Ergebnisse der Drittmittelforschung stärken die Entscheidungskompetenz in der Praxis und erhöhen die Transparenz des Handels
Mit dem Klimawandel wachsen die Risiken von Schäden im Wald (Schafellner & Möller, 2019; Niesar et al., 2013). Die klimawandelbedingten Veränderungen, verbunden mit den gleichzeitig steigenden Ansprüchen der Gesellschaft an die Ökosystemleistungen des Waldes, führen zu neuartigen Herausforderungen für das Waldschutzrisikomanagement (Möller, 2021). Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) nutzt seit Jahren Drittmittelprojekte, um die eigene, insbesondere auf die Praxisberatung ausgerichtete Forschung zu wichtigen Bausteinen des Waldschutzrisikomanagements zu qualifizieren und auch für die Öffentlichkeit transparenter zu gestalten. Das betrifft das Monitoring, die Prognosegenauigkeit, Möglichkeiten der Prophylaxe durch waldbauliche Maßnahmen oder im Notfall auch die Entscheidung für oder gegen einen Pflanzenschutzmitteleinsatz. Vorgestellt werden die Ergebnisse von fünf ausgewählten, durch das BMEL geförderten Projekten, in denen diese Themen im Fokus standen und deren Ergebnisse die fachlichen Grundlagen für Entscheidungsoptionen im Waldschutz erweitern. Seit Jahrzehnten erfasst das LFE mit einem wissenschaftlich fundierten Monitoring die Waldschutzsituation für den Gesamtwald in Brandenburg und nutzt die Daten als Grundlage für Entscheidungen über Waldschutzmaßnahmen. In den Projekten WAHYKLAS und DSS-RiskMan wurden mit der Digitalisierung und Georeferenzierung der Waldschutzdaten wichtige Grundlagen für umfassende Analysen zu Risikofaktoren und den Möglichkeiten waldbaulicher Prophylaxe gelegt. Insbesondere aus Klimaschutzgründen sollte als Grundlage für eine nachhaltige Sicherung aller natürlichen und gesellschaftlichen Funktionen von Waldökosystemen deren Erhalt das wichtigste Ziel sein. Entscheidungen im Waldschutzrisikomanagement sollten daher immer vor dem Hintergrund der Folgen für alle Ökosystemleistungen getroffen werden. Ziel des Projektes ARTEMIS war es, differenzierte und situationsangepasste Lösungen für den Waldschutz in Zeiten des Klimawandels zu finden, die im Ausnahmefall auch Pflanzenschutzmaßnahmen nicht ausschließen. Neue Erkenntnisse zu ökotoxikologischen Auswirkungen von Insektizidanwendungen auf Nicht-Ziel-Organismen im Wald, die im Projekt RiMa-Wald erarbeitet wurden, erweitern dafür die Faktenlage. Mit betriebswirtschaftlichen Fragen der Bewertung von Risiken und Nutzen von Waldschutzmaßnahmen beschäftigte sich das Projekt AWANTI. Die Ergebnisse aus Drittmittelprojekten, die oft in großen Projektverbünden entstehen, sowie die stetige praktische Waldschutzarbeit am LFE verbessern wesentlich das Wissen und damit die Entscheidungskompetenz im Prozess der Planung und Umsetzung von Waldschutzmaßnahmen. Das LFE bietet seit 2022 im Internet eine Waldschutzseite an, die über aktuelle Entwicklungen im Waldschutzgeschehen Brandenburgs informiert, Erhebungsmethoden und Bewertungen beschreibt und Langzeitdaten bereitstellt. Damit wird das praktische Waldschutzrisikomanagement gegenüber verschiedensten Akteuren im Wald sowie der Öffentlichkeit deutlich transparenter. Das kann Grundlage für eine konstruktivere Kommunikation sein.
Climate change increases the risks of forest damage (Schafellner & Möller, 2019; Niesar et al., 2013). As a result of climate change-related alterations and society’s growing demand for forest ecosystem services, the challenges for risk management in forest protection are intensifying (Möller, 2021). To address these challenges better, the State Forestry Research Centre Eberswalde (LFE) has been conducting research on key components of forest protection risk management through externally funded projects for years. This includes monitoring, improving the accuracy of forecasts or, in an emergency, the decision for or against the use of pesticides, as well as the possibilities of prophylaxis through silvicultural measures. Five selected projects funded by the BMEL (German Federal Ministry of Food, Agriculture, and Consumer Protection) are highlighted. These projects focused on these issues, and their results provide valuable insights for future forest protection strategies. For decades, LFE has relied on scientifically based monitoring to assess forest health across Brandenburg and has used this data to guide decisions on forest protection measures. In the WAHYKLAS and DSS-RiskMan projects, the digitization and georeferencing of forest protection data have laid the foundation for comprehensive analyses of risk factors and the potential for silvicultural preventive measures. Particularly for climate protection purposes, the primary goal of forest protection risk management should be the preservation of forests as the foundation for the sustainable safeguarding of all natural and societal functions. Decisions in forest protection risk management must always be made with consideration of their impact on all ecosystem services. The expected consequences of disturbances must be assessed objectively. This includes the potential use of plant protection products in emergency situations. The ARTEMIS project thoroughly researched this socially controversial topic. One of the outcomes is an extensive online knowledge tool on forest protection issues. Furthermore, the RiMa-Wald project developed new insights into the ecotoxicological effects of insecticides on non-target organisms in forests. The AWANTI project explored the economic aspects and evaluated the risks and benefits of forest protection measures. The results of externally funded projects, which often form part of large project networks, combined with the ongoing practical forest protection work at the LFE, are working in synergy to significantly enhance knowledge and, consequently, improve decision-making competence in the planning and implementation of forest protection measures. Since 2022, LFE has contributed to greater transparency in forest protection activities through a dedicated forest protection information website. By sharing details on survey methods, assessments, and long-term data, LFE is fostering constructive communication with a wide range of forest stakeholders and the public.
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