Nachhaltigkeitsbewertung von Demonstrationsprojekten zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -abfällen in den Sektoren Primärproduktion und Verarbeitung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat im Jahr 2019 die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung veröffentlicht, um die Reduzierung der Lebensmittelverluste und -abfälle auf nationaler Ebene voranzubringen. In diesem Zuge wurden in den Sektoren (Primärproduktion, Verarbeitung, Handel, Außer-Haus-Verpflegung, private Haushalte) entlang der Lebensmittelkette sogenannte Dialogforen eingerichtet, um das Thema gemeinsam mit Akteur*innen aus der Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Verbänden und Zivilgesellschaft zu diskutieren und Reduzierungsstrategien sowie -maßnahmen zu entwickeln.
Die vorliegende Studie fand im Rahmen der beiden Dialogforen Primärproduktion und Verarbeitung statt. Beide Dialogforen wurden von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) koordiniert und gemeinsam mit dem Thünen-Institut inhaltlich ausgestaltet.
In Demonstrationsprojekten setzten Unternehmen Maßnahmen zur Reduzierung von Lebensmittelverlusten und -abfällen (LMV/LMA) um. Ein Teil der Maßnahmen hatte zum Ziel, Lebensmittelverluste einer höherwertigeren Verwertung zuzuführen. Die Maßnahmen wurden anschließend auf Basis der Nachhaltigkeit (ökonomisch, ökologisch, sozial) bewertet. Um die Ergebnisse der Maßnahmen vergleichbar zu machen, fand zudem eine Berechnung von Effizienzkennzahlen statt, welche die Einsparungen, z. B. reduzierte Menge pro investiertem Euro ausdrücken.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Maßnahmen effizient LMV/LMA reduzieren bzw. effizient Lebensmittel einer höherwertigen Verwertung zuführen, wobei die Spannweite zwischen Null und 50 kg pro investiertem Euro liegt. Darüber hinaus reduzieren die Maßnahmen den CO2-Fußabdruck um bis zu 214 kg CO2-Äquivalenten pro investiertem Euro. Der Umwelt-Fußabdruck, der 13 Umweltkategorien zu einem Single-Score zusammenfasst, kann meist ebenso reduziert werden. Nur zwei Maßnahmen führen zu einem Anstieg des Umwelt-Fußabdrucks. Darüber hinaus können finanzielle Einsparungen realisiert werden. Lediglich bei einer Maßnahme liegen die Kosten über den Einsparungen.
Bei einem Teil der Projekte beruhen die Berechnungen auf theoretischen Daten und Annahmen, da die jeweiligen Maßnahmen derzeit noch nicht umgesetzt werden können, z. B. aufgrund von rechtlichen Rahmenbedingungen. Andere Maßnahmen sind sehr innovativ, z. B. die Produktion von Insektenprotein, und sind erst dabei, sich am Markt zu etablieren. Solche Maßnahmen bieten ein großes Potenzial für die Zukunft.
Des Weiteren befasste sich ein Demonstrationsprojekt mit der Sensibilisierung von Schüler*innen im Rahmen eines Schulprojektes zur Reduzierung der LMA in einer Lehrmolkerei. Das Projekt zeigte deutlich, wie LMA-Reduzierung in die Aus- und Fortbildung integriert werden kann, um das zukünftige Personal im Verarbeitungssektor diesbezüglich zu schulen. Das Projekt lässt sich sehr gut auf weitere Bildungseinrichtungen in der Lebensmittelproduktion und -verarbeitung übertragen.
Insgesamt wurde die Übertragbarkeit der Maßnahmen auf ähnlich aufgestellte Betriebe und Unternehmen überwiegend mit hoch eingestuft. Somit bieten die Demonstrationsprojekte weiteren Betrieben und Unternehmen erfolgreich erprobte Ansätze, um die Nutzung von Lebensmitteln zu optimieren.

In 2019, the German Federal Ministry of Food and Agriculture (BMEL) published the National Strategy for Food Waste Reduction in order to promote the reduction of food waste on a national level. In this context, so-called Dialogue Forums were founded in the sectors along the food chain (primary production, processing, trade, away-from-home consumption, private households) to discuss the topic together with actors from industry, politics, science and associations in order to develop reduction strategies.
The present study took place within the framework of the two Dialog Forums ‘Primary Production and Processing’. The two projects were coordinated by the German Agricultural Society (DLG) and conducted jointly with the Thünen-Institute.
In demonstration projects, farms and companies implemented measures to reduce food waste. Some of the measures however, were aimed at converting food to higher-value products. The measures were evaluated on the basis of sustainability (economic, ecological, social). To allow inter-comparison of the measures, efficiency ratios were calculated, expressing the savings, such as reduced food waste quantities, per euro invested. The results show that the measures are efficient in reducing or valorizing food waste, whereby the obtained savings range from 0.03 to 48.79 kg per invested Euro. Furthermore, the measures reduced the CO2 footprint by 0.005 to 214 kg CO2 equivalents per invested Euro. The environmental footprint, which currently combines 13 environmental categories into a single score, was also reduced. However, two measures led to an increase in the environmental footprint and thus have a negative overall impact on the environment. In addition, the measures lead to financial savings. For only one measure, the savings per euro invested were less than one euro.
For some of the projects, the calculations are based on theoretical data and assumptions, as the respective measures at this moment cannot be implemented due to, for example, legal framework conditions. Other measures such as the production of insect protein are very innovative and are still in the process of establishing themselves on the market. Such measures offer great potential for the future.
Furthermore, one demonstration project dealt with raising awareness among students of an educational center for training in the field of the dairy industry as part of a school project to reduce food waste. The project clearly showed how food waste reduction can be integrated into education and training in order to train future staff for the processing sector. The project can easily be transferred to other educational institutions in the food production and processing chains.
The overall transferability of the measures to similar farms and companies was rated as high. Thus, the demonstration projects offer other farms and companies successfully tested approaches to optimize the use of food.

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