Wachstum der Roteiche (Quercus rubra L.) in zwei Herkunftsversuchsserien in Deutschland

Die Roteiche (Quercus rubra L.) hat ihr natürliches Verbreitungsgebiet in Nordamerika und ist in Deutschland die flächenmäßig bedeutendste eingebürgerte Laubbaumart. Aufgrund ihres hohen Wuchspotenzials sowie vielfältigen und hochwertigen Holznutzungsmöglichkeiten, ist sie im Rahmen des klimabedingten Waldumbaus eine potenzielle Alternative zur gezielten Einbringung als Mischbaumart. In Deutschland fehlt es derzeit jedoch an Praxisempfehlungen für die standortgerechte Wahl von angepasstem Vermehrungsgut. Insbesondere ein Vergleich zwischen Absaaten aus deutschen Beständen und solchen aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet fehlt, um die Frage nach der Relevanz zukünftiger Saatgutimporte zu beantworten. Zwei vom Thünen-Institut für Forstgenetik 1991 respektive 1993 angelegte Herkunftsversuche liefern Erkenntnisse über das Wuchsverhalten verschiedener Herkünfte aus Deutschland sowie aus dem natürlichen Verbreitungsgebiet. Varianzanalytische Auswertungen der Grundfläche [m²/ha] beider Versuchsserien im Alter von 33 und 31 Jahren zeigen ein gleichwertiges oder besseres Wachstum deutscher Herkünfte gegenüber Herkünften aus dem südlichen, nördlichen und östlichen natürlichen Verbreitungsgebiet. Innerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes zeigen Herkünfte aus dem Norden eine höhere Wuchsleistung als südliche Herkünfte. Eine Leistungssteigerung gegenüber in Deutschland bereits etablierten Beständen kann durch einen Saatgutimport nicht erwartet werden. Die Ergebnisse legen nahe, dass die betrachteten deutschen Herkünfte nicht aus den untersuchten südlichen Regionen im natürlichen Verbreitungsgebiet stammen.

The Northern Red Oak (Quercus rubra L.) has its natural distribution in North America and is currently the most common introduced deciduous tree species in Germany. Due to its high growth potential as well as its versatile and high-quality wood utilization possibilities, it is a potential alternative for forest restoration as a mixed tree species in the context of increasing temperatures. In Germany, however, there is currently a lack of practical recommendations for the site-specific selection of adapted reproductive material. In particular, a comparison between propagule from German stands and those from the natural distribution is missing so far to answer the question of the relevance of prospective seed imports. Two provenance trials, established by the Thünen Institute of Forest Genetics in 1991 and 1993, respectively, provide information on the growth behaviour of different provenances from Germany and from the natural distribution. Analysis of Variance of the basal area [m²/ha] of both trial series at age 33 and 31 show equivalent or better growth of German provenances compared to provenances from the southern, northern and eastern natural distribution. Within the natural distribution, provenances from the North show higher growth performance than southern provenances. An increase in growth by seed import compared to stands already established in Germany cannot be expected. The results suggest that the German provenances considered in the analysis do not originate from the examined southern regions in the natural distribution.

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