Wälder und ihre Bewirtschaftung im Klimawandel : Handlungsempfehlungen auf Grundlage des Maßnahmenprogramms zur Umsetzung der Agenda Anpassung von Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei und Aquakultur an den Klimawandel ; Bericht der BLAG ALFFA

Die Erhöhung der Anpassungsfähigkeit der Wälder und die Anpassung ihrer Bewirtschaftung an die Folgen des Klimawandels mit steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen und häufigeren extremen Wetterlagen und extremer Witterung ist eine der wichtigsten Aufgaben vor der die Waldwirtschaft und alle Akteure rund um den Wald in den nächsten Jahrzehnten stehen.
Die Bundesregierung hat daher im Jahr 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS) verabschiedet. Die Konkretisierung der für die Land- und Forstwirtschaft notwendigen Maßnahmen erfolgte 2019 über die Agenda Anpassung von Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei und Aquakultur an den Klimawandel des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und über das 2020 verabschiedete zugehörige Maßnahmenprogramm. Die Bund-Länder-Arbeitsgruppe Klimaschutz und Klimaanpassung in Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei und Aquakultur (BLAG ALFFA) unterstützt seit 2019 die Umsetzung der land- und forstwirtschaftlichen Maßnahmen der DAS.
Die AG Wald wurde als ad hoc Arbeitsgruppe der BLAG ALFFA Ende 2021 mit der Aufgabe betraut, aufbauend auf den bisherigen Aktivitäten der BLAG ALFFA, die Herausforderungen und notwendigen Maßnahmen im Waldbereich zu konkretisieren und zu priorisieren sowie Hinweise zur Umsetzung dieser zu erarbeiten.
Die AG Wald hat in diesem Bericht aus den sechs Handlungsfeldern des Maßnahmenprogramms „Transfer in die Praxis – und zurück“, „Risiko- und Krisenmanagement“, „Wasser“, „Forschung“, „Artenwahl und genetische Vielfalt“ und „Informations- und Datenmanagement, Monitoring“, zwölf der bestehenden Maßnahmen herausgearbeitet, die eine Schlüsselrolle in der Anpassung der Wälder und ihrer Bewirtschaftung an den Klimawandel spielen.
Die AG Wald empfiehlt in diesem Bericht zur Konkretisierung der Umsetzung der Maßnahmen insgesamt 28 Aktivitäten (siehe auch Übersicht im Anhang). Dabei handelt es sich sowohl um neue Aktivitäten als auch um solche, die bereits geplant sind oder bereits umgesetzt werden, aber unbedingt weiterentwickelt bzw. ausgeweitet werden sollten. In diesem Sinne erfolgt in diesem Bericht keine umfassende Darstellung aller notwendigen Maßnahmen zur Klimaanpassung der Wälder und der Waldbewirtschaftung, sondern eine Beschreibung der Aktivitäten, bei denen nach Einschätzung der AG Wald ein prioritärer und dringender Handlungsbedarf besteht.
Einen guten Gesamtüberblick über Handlungsempfehlungen gibt das Gutachten „Die Anpassung von Wäldern und Waldwirtschaft an den Klimawandel“ aus dem Jahr 2021 des Wissenschaftlichen Beirats für Waldpolitik beim BMEL, auf das an den entsprechenden Stellen dieses Berichts verwiesen wird.
Die Umsetzung der Aktivitäten betrifft im Wesentlichen die Politik, die Forstverwaltungen des Bundes und der Länder sowie deren Ressortforschungsreinrichtungen. Viele Aktivitäten unterstützen entweder direkt oder indirekt über eine Förderung und Beratung durch die Forstverwaltungen den privaten und körperschaftlichen Waldbesitz. Zudem werden möglichst konkrete Umsetzungsmöglichkeiten der Aktivitäten aufgezeigt. Die AG Wald empfiehlt möglichst viele der aufgeführten Aktivitäten zeitnah umzusetzen, da im Wald viele Vorhaben erst langfristig Ihre Wirkung entfalten.
Die Herausforderungen in den Themenfeldern Wasser und Wildmanagement können nicht von den Verantwortlichen für den Wald alleine gelöst werden, sondern nur politikfeldübergreifend.
So stoßen die Maßnahmen im Wald an ihre Grenzen, sofern der Gesamtwasserverbrauch, z. B. für Siedlung, Gewerbe und Landwirtschaft, die natürlichen Wasserressourcen überfordert und die Wasserspeicher infolge übermäßiger Nutzung und/oder rückläufiger Grundwasserneubildung dauerhaft ausgezehrt werden. Zentrales Element eines optimierten Landschaftswasserhaushalts muss daher auch eine sektorenübergreifende Wassereinsparung bzw. eine Anpassung des Wasserverbrauchs an das Wasserdargebot insgesamt sein.
Die Förderung klimaresilienter Wälder wird nur über einen größeren Anteil von Mischwäldern gelingen. Dafür müssen in vielen Waldbeständen bisher seltene und trockenheitstolerante Mischbaumarten eingebracht und gefördert werden, die jedoch stark verbissgefährdet sind. Die stetig gestiegenen Schalenwildpopulationen sind vielerorts das Haupthindernis für das Aufwachsen derartiger Wälder. Damit sich substantielle Veränderungen ergeben, müssen entsprechende Rahmenbedingungen und Anreize geschaffen werden, die es Waldbesitzenden ermöglicht, eine artenreiche Verjüngung ohne Schutzmaßnahmen erfolgreich zu etablieren.

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