Einsatz von behandelten Saatwickenkörnern (Vicia sativa L.) als eiweißreiches Futtermittel für Monogastrier im ökologischen Landbau (Verbundvorhaben) : Schlussbericht zum Thema

Das Projekt Wickeiweiß hatte die Förderung der Körnerleguminose Saatwicke (Vicia sativa L.) als Ei-weißkomponente in der ökologischen Fütterung monogastrischer Nutztiere zum Ziel. Es wurden drei-jährige Anbauversuche mit den Sorten Berninova, Ina, Jaga, Slovena und Toplesa in Reinsaat und im Gemenge mit Sommerweizen, - triticale (2 Jahre) und -roggen (1 Jahr) durchgeführt. Die Slovena-Som-merweizen-Gemenge erzielten dabei meist die höchsten Gesamtkorn- (34-37 dt ha-1) und -rohprotei-nerträge (2017 & 2019 10,7 dt ha-1), welche meist bei Wickenanteilen von 30-50 %, in der Aussaatmi-schung erreicht wurden. Die Rohproteingehalte der Wicken betrugen 319-338 g kg-1, die Methio-nin+Cysteingehalte 5,2-5,8 g kg-1. Die Analytik der aufgrund ihrer starken antinutritiven Wirkung rele-vanten Cyanoalanintoxine wurde am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau etabliert und zeigte Sortenunterschiede auf, mit γ-Glutamyl-ß-Cyanoalanin-Gehalten von 9,6 (Slovena) bis 12,9 g kg-1 (Jaga). Das Pyrimidinglycosid Convicin zeigte ebenfalls Sortenunterschiede, mit niedrigen Gehalten in den Hell-samigen (Toplesa 0,23, Ina 0,30 g kg-1), und den höchsten in der dunkelsamigen Slovena (1,1 g kg-1). Als Optionen zur Verbesserung des Futterwerts wurden die Keimung und Silierung der Saatwickenkörner untersucht. Die Silierung führte zu einer Reduktion antinutritiver Faktoren, die in vivo Verdaulichkeit bei Masthuhn und -schwein wurde dadurch aber nicht verbessert. Masthühner, Legehennen und Vor-mastschweine bevorzugten in Fütterungsversuchen mit der Sorte Slovena die behandelten Wicken, die freiwillige Aufnahme blieb aber moderat (Rationsanteile 9-13 % Keimgut, 7,7-10 % Silage). Bei Einmi-schung in pelletiertes Masthuhn-Futter konnten rohe Wicken bis zu 12,5 % eingesetzt werden. Zusam-menfassend kann die Verfütterung von rohen Saatwickenkörnern (Slovena) an monogastrische Nutz-tiere bei moderaten Rationsanteilen empfohlen werden, der Aufwand der Keimung oder Silierung er-scheint nicht gerechtfertigt.

Einsatz von behandelten Saatwickenkörnern (Vicia sativa L.) als eiweißreiches Futtermittel für Monogastrier im ökologischen Landbau (Verbundvorhaben) Baldinger, Lisa; Aulrich, Karen; Böhm, Herwart; Höhne, Anja und Rinke, Nadja (2022) Einsatz von behandelten Saatwickenkörnern (Vicia sativa L.) als eiweißreiches Futtermittel für Monogastrier im ökologischen Landbau (Verbundvorhaben). [Treated grains of common vetches (Vicia sativa L.) as protein feed for monogastric farm animals in organic agriculture.] 1. Johann Heinrich von Thünen-Institut, D-Braunschweig; 2. Friedrich-Loeffler-Institut, D-Braunschweig . [thumbnail of Gesamtabschlussbericht] PDF - Deutsch (Gesamtabschlussbericht) 2MB Zusammenfassung Das Projekt Wickeiweiß hatte die Förderung der Körnerleguminose Saatwicke (Vicia sativa L.) als Ei-weißkomponente in der ökologischen Fütterung monogastrischer Nutztiere zum Ziel. Es wurden drei-jährige Anbauversuche mit den Sorten Berninova, Ina, Jaga, Slovena und Toplesa in Reinsaat und im Gemenge mit Sommerweizen, - triticale (2 Jahre) und -roggen (1 Jahr) durchgeführt. Die Slovena-Som-merweizen-Gemenge erzielten dabei meist die höchsten Gesamtkorn- (34-37 dt ha-1) und -rohprotei-nerträge (2017 & 2019 10,7 dt ha-1), welche meist bei Wickenanteilen von 30-50 %, in der Aussaatmi-schung erreicht wurden. Die Rohproteingehalte der Wicken betrugen 319-338 g kg-1, die Methio-nin+Cysteingehalte 5,2-5,8 g kg-1. Die Analytik der aufgrund ihrer starken antinutritiven Wirkung rele-vanten Cyanoalanintoxine wurde am Thünen-Institut für Ökologischen Landbau etabliert und zeigte Sortenunterschiede auf, mit γ-Glutamyl-ß-Cyanoalanin-Gehalten von 9,6 (Slovena) bis 12,9 g kg-1 (Jaga). Das Pyrimidinglycosid Convicin zeigte ebenfalls Sortenunterschiede, mit niedrigen Gehalten in den Hell-samigen (Toplesa 0,23, Ina 0,30 g kg-1), und den höchsten in der dunkelsamigen Slovena (1,1 g kg-1). Als Optionen zur Verbesserung des Futterwerts wurden die Keimung und Silierung der Saatwickenkörner untersucht. Die Silierung führte zu einer Reduktion antinutritiver Faktoren, die in vivo Verdaulichkeit bei Masthuhn und -schwein wurde dadurch aber nicht verbessert. Masthühner, Legehennen und Vor-mastschweine bevorzugten in Fütterungsversuchen mit der Sorte Slovena die behandelten Wicken, die freiwillige Aufnahme blieb aber moderat (Rationsanteile 9-13 % Keimgut, 7,7-10 % Silage). Bei Einmi-schung in pelletiertes Masthuhn-Futter konnten rohe Wicken bis zu 12,5 % eingesetzt werden. Zusam-menfassend kann die Verfütterung von rohen Saatwickenkörnern (Slovena) an monogastrische Nutz-tiere bei moderaten Rationsanteilen empfohlen werden, der Aufwand der Keimung oder Silierung er-scheint nicht gerechtfertigt. Übersetzung der Zusammenfassung (bevorzugt Englisch) The research project Wickeiweiß aimed at promoting the grain legume common vetch (Vicia sativa L.) as a protein source in organic diets for monogastric livestock. Cultivation trials were conducted for three years with the cultivars Berninova, Ina, Jaga, Slovena and Toplesa, sole cropped and intercropped with spring wheat, triticale (2 years) and rye (1 year). In most cases mixtures of Slovena with spring wheat had the highest total grain yields (34-37 dt ha-1) and total crude protein yields (2017 & 2019 10.7 dt ha-1), which mostly were achieved with vetch percentages of 30-50% in the seed mixture. The crude protein content of the common vetches ranged from 319 to 338 g kg-1, and methionine+cysteine con-tents were 5.2-5.8 g kg-1. Analysis of cyanoalanine toxins, which have strong antinutritional effects, was established at the Thünen Institute of Organic Agriculture and revealed differences between cultivars, with γ-glutamyl-ß-cyanoalanine contents ranging from 9.6 (Slovena) to 12.9 g kg-1 (Jaga). The pyrimi-dine glycoside convicin also showed differences, with low levels in the light-seeded cultivars (Toplesa 0.23, Ina 0.30 g kg-1), and the highest in the dark-seeded Slovena (1.1 g kg-1). Germination and ensiling of common vetch grains were investigated as options to improve feed value. Ensiling resulted in a re-duction of antinutritional factors, but did not improve in vivo digestibility in broiler chickens and fat-tening pigs. Broilers, layers, and early fattening pigs preferred the treated vetches in feeding trials with the cultivar Slovena, but voluntary intake remained moderate (proportion of diet 9-13 % germinated, 7.7-10 % ensiled vetch). When mixed into pelleted broiler diets, raw vetches could be used up to 12.5 %. In conclusion, feeding raw common vetch grains (cultivar Slovena) to monogastric livestock at mod-erate dietary inclusion rates can be recommended, but the expense of germination or ensiling does not appear justified.

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