Der kommende Ausbruch : Auf der Insel Riems führen sie eine ziemlich existenzielle Abwehrschlacht. Der Virologe Thomas Mettenleiter und sein Team erforschen die gefährlichsten Erreger der Welt. Ein Besuch im Hochrisikogebiet.

Die Insel der Viren liegt an einem schmalen Damm in der Ostsee, gute Lage. Greifswalder Bodden, Mecklenburg-Vorpommern. Wildgrüne Buchten, null Touristen, Seevögel landen im Schilf. "Traumhaft", sagt Thomas Mettenleiter in seinem Büro mit Meerblick. Der Chef des Friedrich- Loeffler-Instituts könnte sich keinen schöneren Arbeitsplatz vorstellen, obwohl er es auf dieser Insel mit einer Serie des Schreckens zu tun hat. BSE, Vogelgrippe, Ebola, jetzt Corona. Und wer weiß, was noch kommt. Riems, die gefährlichste Insel Deutschlands, die verbotene Insel. Vom "Alcatraz der Viren" wurde auch mal geschrieben, das gefiel dem Biologen und Virologen Mettenleiter, er lacht. Viren faszinieren ihn schon lange, jetzt aber interessieren sich plötzlich auch Millionen andere Menschen für Viren. Da schaut man natürlich wieder auf diesen Ort, an dem seit einem Jahrhundert mit infektiösen organischen Strukturen gekämpft wird. 450 Forscherinnen und Forscher, Tierärzte und Tierpfleger, Laboranten oder Techniker widmen sich im Riemser Sperrgebiet Plagen wie der Afrikanischen Schweinepest oder der Blauzungenkrankheit, die nur Schweine oder Kühe heimsuchen. Sie befassen sich aber immer öfter auch mit Erregern, die wie das Krim-Kongo-Fieber für Menschen tödlich sein können oder die wie Corona gleich die halbe Welt lahmlegen. Es geht also um eine ziemlich existenzielle Abwehrschlacht.

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