Bestimmung der in Deutschland vorkommenden Pathotypen des Erregers der Samtfleckenkrankheit an Tomate, Fulvia fulva

Meyer, Ulrike; Gärber, Ute GND

Ein zunehmendes Problem im ökologischen, aber durch die Reduktion anwendbarer Pflanzenschutzmittel auch vermehrt im konventionellen sowie integrierten, Tomatenanbau ist die Samtfleckenkrankheit, verursacht durch den pilzlichen Erreger Fulvia fulva (syn. Passalora fulva, Cladosporium fulvum). Zur Vermeidung von Schäden durch den Erreger mit zum Teil erheblichen Ertragsausfällen wird der Anbau resistenter Sorten empfohlen. In den vergangenen Jahren wurden die monogen bedingten Resistenzen durch die Anpassung und die Bildung offensichtlich neuer Pathotypen des Erregers immer häufiger durchbrochen. Bislang liegen zum Vorkommen von Pathotypen in Deutschland keine Kenntnisse vor. Das Wissen darüber ist essentiell für eine effektive Züchtungsarbeit an neuen Tomatensorten. Das Julius Kühn-Institut hat zusammen mit dem gemeinnützigen Züchterverein Kultursaat e. V. ein im Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) gefördertes Projekt konzipiert mit dem Ziel, im Pathosystem Tomate- Fulvia fulva eine neue Züchtungsstrategie zu erproben und neue Resistenzquellen zu erschließen. Ein Teilbereich der Arbeiten befasste sich mit dem aktuellen Auftreten der Pathotypen von F. fulva in Deutschland. Es wurden diverse Isolate aus Einsendungen in eine Pathogenbank aufgenommen und die Pathotypen mit Hilfe eines Differentialsortimentes Tomate (MATREF) in Klimakammerversuchen identifiziert. Daraus wurde eine Übersicht über das momentane räumliche Vorkommen der Pathotypen in Deutschland erstellt, die für die Züchtungsarbeit im Projekt richtungsweisend ist sowie für den Anbau in der Praxis wichtige Hinweise gibt.

Tomato leaf mold caused by Fulvia fulva (syn. Passalora fulva, Cladosporium fulvum) is an increasing problem in organically grown plants as well as in conventional and integrated cultivation, due to the reduction of applicable plant protection products. To counter the impacts on yield it is recommended to grow resistant varieties. In recent years, however, the frequency of breakdown of the monogenic resistance of these varieties has increased. To date, there is no knowledge of the occurrence of pathotypes in Germany. Nevertheless, knowledge about pathotypes is essential to conduct effective breeding work on new tomato varieties. Together with the non-profit breeders’ association Kultursaat e. V., the Julius Kühn-Institute has designed a project supported by the Federal Programme “Organic Farming and Other Forms of Sustainable Agriculture”. The aim of the project was to test a new breeding strategy and to select new sources of resistance. An aspect of the project concerned with the current appearance of pathotypes of Fulvia fulva in Germany. Various isolates from submissions were entered into a pathogen bank and to a large degree identified in climatic chamber tests using a tomato differential set (MATREF). From these results, an overwiew was created which depicts the spatial occurence of different pathotypes in Germany and contains relevant information for breeding work during the project and growing in practice.

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Meyer, Ulrike / Gärber, Ute: Bestimmung der in Deutschland vorkommenden Pathotypen des Erregers der Samtfleckenkrankheit an Tomate, Fulvia fulva. 2021.

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