Optionen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erkenntnisse aus dem F.R.A.N.Z.-Projekt

Reiter, Karin GND

Der vorliegende Bericht baut auf der „F.R.A.N.Z.-Studie –Hindernisse und Perspektiven für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft“ (Joormann und Schmidt, 2017) auf. 1 Ausgehend von einer Befragung von Landwirt*innen benennt die Vorgängerstudie Hemmnisse für eine Teilnahme an flächengebundenen Biodiversitätsmaßnahmen. Der vorliegende Bericht diskutiert die genannten Hemmnisse im Licht der Förderregularien der Europäischen Union (EU) und des Bundes zur Ausgestaltung und Umsetzung von Agrarumwelt-und Klimamaßnahmen (AUKM). Zentrale Ergebnisse der ersten Studie waren, dass•die Förderauflagen von AUKM von den Befragten z.T. als zu komplex und praxisfern eingestuft werden, •Unsicherheit aufseiten der Landwirt*innen über Inhalt und Ausmaß von Förderauflagen besteht, •die Prämienhöhe –insbesondere für Gunststandorte –als zu gering bewertet wird, •Bearbeitungstermine und -zeiträume kritisch gesehen werden, ebenso wie der hohe zu erbringende Genauigkeitsgrad von Größe und Lage der Förderflächen und •die Landwirt*innen sich mehr Feedback zu Maßnahmenerfolgen wünschen. Es zeigt sich, dass ein Teil der Teilnahmehemmnisse ökonomisch begründet ist, wie bspw. geringe Prämienzahlungen auf Gunststandorten. Diese decken auf Hochertragsstandorten des Ackerbaus und der Grünlandwirtschaft sowie in Veredlungsgebieten nicht die Opportunitätskosten. Auch besteht ein relativ hohes Verstoßrisiko bei Biodiversitätsmaßnahmen, u.a. begründet in Flächenabweichung bei ungünstigem Zuschnitt der Verpflichtungsfläche und bei umfangreichen Dokumen-tationspflichten. Die Analyse arbeitet heraus, dass ein Teil der bestehenden Hemmnisse durch Informationsdefizite verursacht wird. Diese Defizite könnten durch mehr Transparenz im Verwaltungshandeln und verbesserte Informationsangebote zumindest abgemildert werden...

This report builds on a previous study in the context of the F.R.A.N.Z project( Joormann and Schmidt, 2017) that sought to identify barriers for farmers’ participationin area-based biodiversity measures. Joormann and Schmidt conducted a survey with German farmers and advisors. In the present report we discuss the barriers addressed in the earlier study in the light of the funding regulations for agri-environmental and climate measures (AECMs) financed by the European Union (EU) and/or the German federal government. The main findings of Joormann and Schmidt are that: •the farmers’assessed AECM restrictions in parts as to be too complex, •uncertainties about content and extent of AECM restrictions exist, •payment levels–in particular in conditions favourable for agricultural production-are considered being too low, •fixed deadlines and time periods for field work as well as the required accuracy regarding field size and location are criticised. •farmers would like to get more feedback on the success of AECMs. In parts, like insufficient (area) payments for sites with favourable conditions for agricultural production, barriers are of economic nature. On high-yielding arable and grassland as well as in areas with intensive animal production payments do not cover the opportunity costs. Furthermore, there is a relatively high risk of non-compliance. Key reasons for non-compliance are (1) deviations in the extent and location between reported and actually managed areas, often caused by unfavourable area cuts and (2) only partial fulfilment of the frequently extensive documentation requirements. Our analysis showed that some of the existing barriers are cause by lack of information. This can be overcome or at least being mitigated by increasing transparency in administrative action and improving information services...

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Reiter, Karin: Optionen für mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft – Erkenntnisse aus dem F.R.A.N.Z.-Projekt. Braunschweig 2021. Johann Heinrich von Thünen-Institut.

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