Entwicklung eines bundesweiten Netzwerks genetischer Erhaltungsgebiete für Wildsellerie (GE-Sell)

Bönisch, Maria GND; Herden, Tobias; Zander, Matthias; Nachtigall, Marion GND; Friesen, Nikolai; Bernhardt, Nadine GND; Frese, Lothar GND

Die Technik des genetischen Erhaltungsgebiets ist ein anwendungsbereites Verfahren zur In-situ-Erhaltung von wildlebenden Verwandten unserer Kulturpflanzen. Bei dem Verfahren wird die dynamische Erhaltung von Populationen, die in ihren natürlichen Lebensräumen Evolutionsprozessen ausgesetzt sind, mit der statischen Erhaltung pflanzengenetischer Ressourcen in Genbanken kombiniert und somit die nachhaltige Nutzung dieser Arten ermöglicht. Im Modell- und Demonstrationsvorhaben "Genetische Erhaltungsgebiete für Wildselleriearten (Apium und Helosciadium) als Bestandteil eines Netzwerks genetischer Erhaltungsgebiete in Deutschland" (GESell) wurden wissenschaftliche und organisatorische Fragestellungen zur Umsetzung dieser Technik bearbeitet. Ziel des Projekts war die modellhafte Einrichtung von 45 genetischen Erhaltungsgebieten (GenEG) für Wildselleriearten und der Aufbau eines bundesweiten Netzwerks aus lokalen Akteuren. Zur Identifizierung der GenEG wurde das monografische Verfahren angewendet. Für die vier in Deutschland vorkommenden Wildselleriearten wurden zum Projektstart im Jahr 2015 aus 2400 Fundortdaten 322 Standorte für Präsenzkontrollen ausgewählt. Im Anschluss wurden für rund 100 möglichst vitale und ungefährdete Vorkommen, die sich über verschiedene Naturräume und Habitate verteilen, genetische Diversitätsanalysen durchgeführt. Anhand der Kartierungs- und Analyseergebnisse wählte das Projektteam zwischen 11 und 15 Vorkommen pro Art aus, die insgesamt die innerartliche Vielfalt der jeweiligen Arten bestmöglich repräsentieren. Für diese Vorkommen wurden die Einrichtung und ein langfristiges Management der GenEG in Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren angestrebt. Bis zum April 2020 wurden bereits 15 GenEG eingerichtet.

The genetic reserve conservation technique is a ready-to-use procedure for in situ conservation of crop wild relatives. The approach combines the dynamic conservation of populations exposed to evolutionary processes in their natural habitats with the static conservation of plant genetic resources in gene banks, thus enabling the sustainable use of these species. In the model and demonstration project "Genetic reserves for wild celery species (Apium and Helosciadium) as part of a network of genetic reserves in Germany" (GE-Sell) scientific and organisational aspects of the implementation of genetic reserves were investigated. The aim of the project was the establishment of 45 genetic reserves for wild celery species and the establishment of a nationwide network of local stakeholders. The monographic approach was used to identify the genetic reserves. For the four wild celery species occurring in Germany, around 350 occurrences were selected from 2400 known sites for the verification of these occurrences at the project start in 2015. Thereafter, genetic diversity analyses were carried out for approximately 100 occurrences that are as vital as possible, non-endangered and distributed over various ecogeographic regions and habitat types. Based on the survey and analysis results, the project team selected between 11 and 15 occurrences per species, which together represent the intra-species diversity of the respective species best. For these occurrences, the project team aimed at the establishment and long-term management of the genetic reserves in cooperation with local stakeholders. By April 2020, 15 genetic reserves had already been established.

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Bönisch, Maria / Herden, Tobias / Zander, Matthias / et al: Entwicklung eines bundesweiten Netzwerks genetischer Erhaltungsgebiete für Wildsellerie (GE-Sell). 2020.

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