Minimierung des Kupfereinsatzes im ökologischen Weinbau unter besonderer Berücksichtigung der Blattbeläge und ihrer Wirkung gegen den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) : Teil 3: Einfluss der Applikationstechnik

Mohr, Horst D.; Baus, Ottmar; Becker, Gerhard; Berkelmann-Löhnertz, Beate

Der Einfluss verschiedener Pflanzenschutzgeräte auf die Anlagerung kupferhaltiger Pflanzenschutzmittel auf Rebblättern wurde in den Jahren 2005 bis 2007 in Parzellenversuchen und Praxistests untersucht. Ein Kupferbelag von 0,3 µg/cm2 auf der Blattunterseite ist erforderlich, um Infektionen mit dem Falschen Mehltau (Plasmopara viticola) zu verhindern. Abhängig vom Typ des Pflanzenschutzgeräts und von der Laubwandzone mussten folgende Mengen an Reinkupfer je ha und Termin appliziert werden, um diesen Richtwert zu erreichen: In den Jahren 2005 und 2006: Parzellen-Tunnelspritzgerät 200 bis 400 g/ha (junge Blätter, über die Laubwand verteilt); Umkehraxial- und Axialsprühgerät je ca. 160 g/ha (junge Blätter, direkt über der Traubenzone); Tangentialsprühgerät ca. 190 g/ha (junge Blätter, direkt über der Traubenzone). Im Jahr 2006 wurden drei Pflanzenschutzgeräte in einer Versuchsfläche verglichen, mit folgenden Ergebnissen: Axialund Radialsprühgerät je 220 g/ha; Tangentialsprühgerät 360 g/ha (alte Blätter, Traubenzone). Im Jahr 2007 wurde in einer Versuchsparzelle ein Tangentialsprühgerät eingesetzt, wobei je nach Düsentyp 310 bis 470 g/ha (alte Blätter, Traubenzone) bzw. 170 bis 310 g/ha (junge bis mittel alte Blätter, Gipfelzone) benötigt wurden. Das Verhältnis „Belag Oberseite / Belag Unterseite des Blattes“ war bei den Umkehraxial-, Axial- und Radialsprühgeräten meist kleiner als beim Parzellen- Tunnelspritzgerät oder beim Tangentialsprühgerät. Die Unterseiten junger Blätter der Gipfelzone waren leichter zu erreichen als die Unterseiten alter Blätter der Traubenzone. Die Ergebnisse liefern Hinweise, dass Geräte mit turbulenter Luftströmung im Hinblick auf die Belegung der Blattunterseiten besonders leistungsfähig sind. Der Schutz junger Blätter vor Infektionen durch P. viticola ist bei einem Einsatz von ca. 200 g Reinkupfer/ha je Behandlungstermin (bezogen auf Cuprozin Flüssig, Wirkstoff Kupferhydroxid) möglich. Abwaschungsverluste durch Regenfälle oder eine „Verdünnung“ des Kupferbelags durch Blattflächenwachstum sind hierbei nicht berücksichtigt. Neue kupferhaltige Pflanzenschutzmittel lassen eine weitere Reduzierung des Kupfereinsatzes erwarten. Die Optimierung der Pflanzenschutztechnik ist im ökologischen Weinbau von besonderer Bedeutung, weil dort oft Substanzen mit geringerer biologischer Wirksamkeit eingesetzt werden.

The influence of different sprayers on the depositing of copper products on grapevine leaves was investigated from 2005 to 2007 in plot trials and field tests. A copper deposit of at least 0.3 µg/cm2 on the underside of the leaf is required to prevent infections by the downy mildew (Plasmopara viticola). Depending on the type of sprayer and the canopy position, the following quantities of pure copper had to be applied per treatment to reach this recommended value: In the years 2005 and 2006: tunnel sprayer 200 to 400 g/ha (young leaves, spread over the canopy wall); sprayer with reversal-axial fan and sprayer with axial fan each about 160 g/ha (young leaves, directly above the grape zone); sprayer with cross flow fan about 190 g (young leaves, directly above the grape zone). In 2006, three sprayers were compared in a trial plot, with the following results: sprayer with axial fan and sprayer with radial fan each 220 g/ha; sprayer with cross flow fan 360 g/ha (old leaves, grape zone). In 2007, a sprayer with cross flow fan and different types of nozzles was tested in a trial plot, with the following results: 310 to 470 g/ha (old leaves, grape zone) and 170 to 310 g/ha (young to middle old leaves, top zone), respectively. The proportion “deposit on the upper side / deposit on the underside of the leaf” was mostly lower using the sprayers with axial, reversal-axial and radial fan, compared with sprayers with tunnel and cross flow fan. The undersides of young leaves in the top zone were easier to reach than the undersides of old leaves in the grape zone. The results indicate that sprayers with turbulent airstreams are particularly more effective in reaching the undersides of the leaves. The protection of young leaves from infections by P. viticola is possible by the application of about 200 g pure copper/ha and treatment date, considering Cuprozin Flüssig (active ingredient copper hydroxide). Copper run-off after rainfalls or the “dilution” of copper deposits by leaf growth are not taken into consideration in connection with this study. A further reduction of copper input can be expected due to new copper containing plant protection products. The optimisation of plant protection technology is of particular importance in organic viticulture, because less effective agents are used by these winegrowers.

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Mohr, Horst / Baus, Ottmar / Becker, Gerhard / et al: Minimierung des Kupfereinsatzes im ökologischen Weinbau unter besonderer Berücksichtigung der Blattbeläge und ihrer Wirkung gegen den Falschen Mehltau (Plasmopara viticola). Teil 3: Einfluss der Applikationstechnik. 2008.

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