Pilotbericht zum Monitoring der deutschen Bioökonomie

Bringezu, Stefan GND; Banse, Martin GND; Ahmann, Lara; Bezama, N. A.; Billig, E.; Bischof, R.; Blanke, C.; Brosowski, Andre; Brüning, Simone GND; Borchers, M.; Budzinski, M.; Cyffka, K.-F.; Distelkamp, Martin GND; Egenolf, Vincent; Geng, Natalia GND; Iost, Susanne GND; Jochem, Dominik GND; Machmüller, Andrea GND; Schweinle, Jörg GND; Weimar, Holger GND; et al.

Dieser Bericht gibt einen ersten Überblick über wesentliche Merkmale und Trends der deutschen „biobasierten Ökonomie“ im nationalen und internationalen Kontext. In Übereinstimmung mit der Nationalen Bioökonomiestrategie1 basiert der Bericht auf einer praktikablen Definition von Bioökonomie, indem alle Aktivitäten einbezogen werden, die mit der Produktion von Biomasse in Landwirtschaft, Fortwirtschaft, Fischerei, im Garten- und Landschaftsbau sowie den dort und in der Abfallwirtschaft anfallenden biogenen Rest- und Abfallstoffen und ihrer Verwendung im verarbeitenden Gewerbe, bei Dienstleistungen und im Konsum verbunden sind. Der Bericht gliedert sich in eine Übersicht zu biogenen Stoffströmen (Kap. 2), Kerndaten sozioökonomischer Entwicklung (Kap. 3), Trends und Treiber der Bioökonomie (Kap. 4) und eine Gesamteinschätzung der ökologischen Fußabdrücke (Kap. 5). In Deutschland wurden 2015 knapp 185 Mio. t Biomasse (Trockengewicht) in Land- und Forstwirtschaft und Fischerei erzeugt. Die Landwirtschaft trug 137 Mio. t, die Forstwirtschaft 48 Mio. t bei. Die Importe an Rohstoffen und verarbeiteten Waren überstiegen mit 72 Mio. t den Gesamtexport von 65 Mio. t. Bei Getreide wurden 60 % als Tierfutter verwendet, 17 % gelangten in Nahrungsmittel, 10 % wurden stofflich und 8 % energetisch genutzt. Von produziertem Zucker wurden 87 % als Nahrungsmittel verwendet und 10 % energetisch genutzt. Pflanzenöle und -fette wurden schwerpunktmäßig (34 %) energetisch eingesetzt, in der oleochemischen Industrie stofflich genutzt (28 %) und zu gut einem Viertel als Nahrungsmittel verwendet. Die Versorgung mit selbst gefangenem Hering reichte nicht aus, um den Bedarf der verarbeitenden Industrie zu decken. Auch an Fischnebenprodukten, die hauptsächlich zu Futter verarbeitet werden, wird deutlich mehr importiert als exportiert. 2015 wurden 69 Mio. m3 (f) Rohholz dem Wald im Inland entnommen, wobei auch Altholz und Altpapier mit zusammen 41 Mio. m3 (f) wesentlich zur Versorgung beitrugen. Deutschland war 2015 sowohl bei Rohholz als auch bei Reststoffen Nettoimporteur, während bei Holzhalb- und Papierfertigwaren Handelsüberschüsse vorlagen. 3,3 Mio. m3 (f) Nadelschnittholz wurden zu Europaletten verarbeitet. 8.900 Beschäftigte waren an deren Produktion und Reparatur beteiligt. Sie erzielten eine Bruttowertschöpfung von 503 Mio. EURO bei einem Jahresverdienst, der ein Viertel unter dem deutschen Durchschnittseinkommen lag...

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Bringezu, Stefan / Banse, Martin / Ahmann, Lara / et al: Pilotbericht zum Monitoring der deutschen Bioökonomie. Kassel 2020. Center for Environmental Systems Research (CESR).

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