Corona-Strategie : welche Ziele, welche Zielbilder?

Isermeyer, Folkhard GND

Die drastischen Maßnahmen, mit denen Deutschland ab Mitte März gegen die Corona-Pandemie vorgegangen ist, haben gewirkt: Von Anfang April bis Anfang Mai ist die Zahl der täglichen Neuinfektionen um ca. 80 Prozent gesunken. Die Maßnahmen verfolgten vor allem das Ziel, die drohende Überlastung des Gesundheitssystems abzuwenden. Die Zahl der Neuinfektionen sollte deshalb auf ein Niveau gesenkt werden, bei dem alle Corona-Patienten, die in Krankenhäusern einen Beatmungsplatz auf der Intensivstation benötigen, dort auch fachgerecht versorgt werden können. Dieses Ziel wurde erreicht.Nachdem nun ein Großteil dieser Intensivbetten nicht mehr benötigt wird und die Infektionszahlen weiter sinken, ist ein Streit über den künftigen Kurs der Corona-Politik entbrannt. In erster Linie wird dabei über kurzfristige Politikmaßnahmen gestritten (Lockerung welcher Restriktionen wann, wie und wo?). Hier besteht die Gefahr, dass sich die Politik im Detail verliert und der Blick für das große Ganze abhandenkommt. Um einzelne Politikmaßnahmen vernünftig beurteilen zu können, sollte zunächst eine demokratisch legitimierte Entscheidung darüber vorliegen, auf welches längerfristige Ziel die deutsche Corona-Politik ausgerichtet werden soll. Eine transparente, systematische Analyse der möglichen längerfristigen Entwicklungspfade ist wichtig, damit (a) die Bevölkerung die restriktiven Politikmaßnahmen versteht und mitträgt und damit (b) die Wirtschaftsunternehmen möglichst gut abschätzen können, wie sich ihre Rahmen-bedingungen künftig entwickeln werden. Um in diesem Sinne eine Orientierungshilfe zu geben, werden im vorliegenden Arbeitsbericht drei Optionen für eine längerfristige Corona-Strategie entwickelt und vergleichend analysiert...

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Isermeyer, Folkhard: Corona-Strategie : welche Ziele, welche Zielbilder?. Braunschweig 2020. Johann Heinrich von Thünen-Institut.

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