Verantwortungsvoller Umgang mit herbiziden Wirkstoffen hinsichtlich des Gewässerschutzes im Winterraps

Ewert, Katrin; Tümmler, Christine; Meinlschmidt, Ewa; Bergmann, Elke; Schmalstieg, Heiko

Die bisher in der Praxis dominierende einmalige Herbizidanwendung im Vorauflauf entspricht nicht den Grundsätzen des Integrierten Pflanzenschutzes. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich die schlagbezogene Unkrautsituation nicht abschätzen und Möglichkeiten einer Anpassung der Aufwandmengen der Herbizide sind sehr eingeschränkt. Aus diesem Grund wurde ein mehrstufiges integriertes Unkraut-Bekämpfungskonzept entwickelt, welches die zielgerichtete Anwendung der Nachauflaufherbizide stärker in den Fokus rückt. Mit diesem hier vorgestellten Konzept wird das Belastungsrisiko für Gewässer nach der Ausbringung von Herbiziden durch Wirkstoffaustrag und Abschwemmung reduziert. Es können eine Großzahl bedeutender Rapsunkräuter gut kontrolliert werden. Im Rahmen eines gemeinsamen Versuchsprogramms der Bundesländer Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden auf 139 Standorten im Zeitraum von 2010 – 2019 Versuche zur Unkrautbekämpfung im Winterraps im Sinne des mehrstufigen integrierten Unkraut- Bekämpfungskonzeptes durchgeführt. Die Versuchsergebnisse belegen, dass auf einem Fünftel der Winterrapsfläche die Notwendigkeit bestand, die vollen Aufwandmengen zu applizieren. Die Prüfung der Wirksamkeit von Varianten mit reduzierten Metazachlormengen bzw. Metazachlor-freien Varianten stand im Vordergrund der Untersuchungen. Trotz der geltenden Begrenzung der Wirkstoffausbringung von maximal 1000 g/ha wurden Metazachlor und dessen Metaboliten (Metazachlorsulfonsäure und Metazachlorsäure) in den letzten Jahren in Grund- und Oberflächengewässern vermehrt nachgewiesen. Zum vorbeugenden Gewässerschutz wird deshalb eine Reduzierung der Metazachlormenge auf = 500 g/ha empfohlen. Die geprüften Alternativen werden hier diskutiert und in das mehrstufige Bekämpfungskonzept integriert.

The prevailing single treatment pre-emergence weed control application does not comply with the principles of the integrated pest management. At this early stage of herbicide application an analysis of the number and range of later emerging weeds is not manageable in the necessary way. That means possible adjustments or reductions of the registered and therefore normally used herbicide product amounts are highly limited. On this basis, a multi-step-application-scheme was elaborated which focusses mostly on the target-oriented application of post emergence herbicides. The concept of this scheme minimizes the risk of water pollution caused by herbicidal export or run-off while the major important weeds in the winter rape culture are sufficiently controlled. As a part of the joint trial program of the federal states of Berlin, Brandenburg, Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia (2010 to 2019) this application scheme was implemented in several weed control trials in winter rape on 139 sites. The results proof that the use of the full registered product amount was only necessary on 20% of the included winter rape fields where the efficacy of metazachlor- reduced respectively Metazachlor–free test variants were as a main trial question. Despite the enacted application limit of 1000 g metazachlor and its metabolites per hectare there is still a major problem of a large number of findings of metazachlor sulphone acid and metazachlor acid in ground- and surface-water. Therefore, the reduction of the metazachlor application amount below 500 g per hectare is a strictly recommended precaution for water protection. Such (in the trials included) 500-g/ha- limited testvariants are discussed regarding their possible integration in the multi-step-application scheme in the article below.

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Ewert, Katrin / Tümmler, Christine / Meinlschmidt, Ewa / et al: Verantwortungsvoller Umgang mit herbiziden Wirkstoffen hinsichtlich des Gewässerschutzes im Winterraps. 2020. Julius Kühn-Institut.

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