Unkräuter im Mais - Veränderung der Eigenschaften der Unkrautzusammensetzung durch Bodenbearbeitung und Fruchtfolge

Pannwitt, Heike; Krato, Christoph; Gerowitt, Bärbel

Mais ist die zweitwichtigste Kulturpflanze in Deutschland. Die genutzten Anbauverfahren im Mais variieren zunehmend, sodass neben der klassisch wendenden Bodenbearbeitung, vermehrt die nicht-wendende Bodenbearbeitung genutzt wird. Mais wird zudem als Teil einer Fruchtfrequenz oder in Selbstfolge angebaut. Die Folgen des veränderten Managements auf die Eigenschaften der Unkrautarten sind unklar. Es wird jedoch angenommen, dass ein entsprechendes Management mit bestimmten Unkrauteigenschaften assoziiert ist. Die wendende Bodenbearbeitung begünstigt scheinbar konkurrenzstarke Unkrauteigenschaften als die nichtwendenden Bodenbearbeitung. Weiterhin wird vermutet, dass konkurrenzstarke Eigenschaften eher durch den Anbau von Mais in Selbstfolge als durch den Anbau in Rotation gefördert werden. Dies wurde mit Hilfe einer modernen RLQ-Analyse getestet. Als Datengrundlage für diese Analyse wurden Feld- und Unkrautdaten aus einem deutschlandweiten Unkrautmonitoring im Mais 2017 und 2018 sowie ein Datensatz zu Unkrauteigenschaften (Raunkiear Lebensformen, Lebenszyklus, Leaf-Height-Seed Strategien, Phenology, Klassische Verwandschaftsgruppen der Unkräuter sowie deren Neigung Herbizidresistenzen zu bilden) aus anderen Studien zusammengestellt. Die Ergebnisse zeigen, das unabhängig vom Management im Mais, konkurrenzstarke Unkrauteigenschaften, wie Therophyten, Arten mit hoher Affinität zu nährstoffreichen Böden, große Blattflächen, hohe Pflanzenhöhe und ein schweres Samengewicht vorkommen können. Managementfaktoren können jedoch die Gruppierung bestimmter Unkrauteigenschaften fördern. So werden, entgegen der Annahme, konkurrenzstarke Unkrauteigenschaften eher der nicht-wendenden als der wendenden Bodenbearbeitung zugeordnet. Wie erwartet, kann der Anbau von Mais in Selbstfolge eine Anpassung der Unkrautarten an die Bedingungen im Mais fördern.

Maize is the second most important weed in Germany. Maize cultivation varies between conventional tillage and reduced tillage and cultivation of maize in crop sequences or continuous maize. The effect of the management on the weed traits is unknown. Assoziation of weed traits to the management, however, are likely. We expect that conventional tillage is more associated to competitive weed traits than to reduced tillage. Furthermore, cultivation of continuous maize in contrast to crop rotation leads to a specialization of weeds to maize growing conditions. We tested these expectations by using the modern RLQ-analysis. Field and weed data were obtained from a germanwide weed monitoring in maize in 2017 and 2018 and trait data (life form, life history, L-H-S strategy, phenology, division and weeds possibility to develop herbicide resistance) from various datasets. The results showed that traits linked with competitive weed species, such as Therophytes, weed species with a high affinity to soil nutrients, large leaf area, plant height and seed weight were independent from the tested management factors. Management factors, however, can enhance the selection of weed traits. Thus, competitive traits are more associated to reduced than to conventional tillage. A specialization of weed species was related to continuous maize.

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Pannwitt, Heike / Krato, Christoph / Gerowitt, Bärbel: Unkräuter im Mais - Veränderung der Eigenschaften der Unkrautzusammensetzung durch Bodenbearbeitung und Fruchtfolge. 2020. Julius Kühn-Institut.

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