Beeinflussung der Unkrautflora durch verschiedene Bodenbearbeitungssysteme – Langjähriger Vergleich von wendender und nicht-wendender Bodenbearbeitung

Schwarz, Jürgen GND

Die pfluglose Bodenbearbeitung ist in Deutschland weit verbreitet, dies trifft für ungefähr 40 % der Ackerflächen zu. Die Vorteile einer pfluglosen Bodenbearbeitung sind z. B. Förderung des Bodenlebens, Energie- und Kosteneinsparung sowie Erosionsschutz. Zu den Nachteilen zählen Probleme mit Schnecken und Mäusen, oftmals höherer Pflanzenschutzmitteleinsatz und eine Zunahme der Verunkrautung. Zur Betrachtung der langfristigen Auswirkungen der pfluglosen Bodenbearbeitung sind Dauerfeldversuche unverzichtbar. Gerade im Bereich der Unkrautflora stellen sich Effekte erst nach einigen Jahren ein. Seit Herbst 2007 widmet sich ein Dauerfeldversuch des Julius Kühn-Instituts in Dahnsdorf der Frage der Auswirkungen von pflugloser Bodenbearbeitung. Das Versuchsfeld liegt im Bundesland Brandenburg, in der Naturregion Hoher Fläming. Vorsommertrockenheit ist häufig in dieser Region anzutreffen. In zwei unterschiedlichen Pflanzenschutzstrategien wurden die wendende und nicht-wendende Bodenbearbeitung vergleichend geprüft. Als Ergebnis der Auflaufzahlen beim Windhalm (Apera spica-venti) zeigt sich, dass in beiden Strategien die Auflaufzahlen des Windhalms in den nicht-wendenden Varianten stets höher waren als in den wendenden Varianten. Bei den dikotylen Unkräutern stellen sich diese Verhältnisse, je nach Pflanzenschutzstrategie, erst nach einem längeren Zeitraum ein.

Minimum tillage is widespread in Germany, which is true for about 40% of arable land. The advantages of ploughless soil cultivation are, for example, benefits for soil life, energy and cost savings as well as erosion control. Disadvantages are problems with snails and mice, often a higher use of pesticides and an increase in weeds. Long-term field trials are indispensable for considering the effects of ploughless soil cultivation. Especially concerning weed flora, effects only start to appear after several years. Since autumn 2007, the Julius Kühn-Institute in Dahnsdorf has been conducting a long-term field trial to investigate the effects of noninversion tillage. The field is located in the federal state of Brandenburg, in the natural region of Hoher Fläming. An early summer drought is very common in this region. In two different pesticides strategies, inversion and minimum soil tillage was compared. One result is that loose silky-bentgrass (Apera spica-venti) has higher emergence rates in plots with minimum soil tillage. This is true for both pesticide strategies. In the case of dicotyledonous weeds the higher emergence rates occur after some time also depending on the pesticide strategy.

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Schwarz, Jürgen: Beeinflussung der Unkrautflora durch verschiedene Bodenbearbeitungssysteme – Langjähriger Vergleich von wendender und nicht-wendender Bodenbearbeitung. 2020. Julius Kühn-Institut.

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