Zum Anbau und Pflanzenschutz bei der seltenen Weizenart Einkorn (Triticum monococcum)

Mielke, Horst GND; Rodemann, Bernd GND

Das Einkorn (Triticum monococcum) ist eine alte, vom Menschen geschaffene Kulturform eines diploiden Weizens, die in der Vergangenheit eine Bedeutung hatte. Das Einkorn lieferte gegenüber den anderen Weizenarten das protein- und kleberreichste Mehl, das sich daher für die Brotherstellung und für Mehlspeisen sehr gut eignete. Die Vesen des Einkorns wurden in früherer Zeit als Kraftfutter für Pferde verwendet. In der konventionellen Landwirtschaft hat der Anbau des Einkorns aufgrund seiner späten Reife und geringen Erträge keine Bedeutung. Das Einkorn ist aufgrund seiner Anspruchslosigkeit eine ausgesprochene Gebirgspflanze. Wegen seiner langsamen Entwicklung sollte die Aussaat des Einkorns früh – Mitte September – erfolgen. Unkrautfreie Äcker sind für einen erfolgreichen Einkornanbau notwendig; dies ist mit dem Einsatz von milden Herbiziden, wie sie im durum-Weizen appliziert werden, zu erreichen. Die schwache Standfestigkeit des Einkorns kann durch Wachstumsreglereinsatz behoben werden. Gegenüber einigen Krankheiten wie Gelb-, Braun- und Schwarzrost, sowie gegenüber Stein- und Flugbrand, soll der Einkornweizen, nach älterer Literatur zu urteilen, widerstandsfähiger als die Weichweizen-Genotypen sein. Dies hätte für seinen Anbau sowie für die Weizenzüchtung zwecks Einkreuzung eine gewisse Bedeutung. Gegenüber der Braunspelzigkeit und der Partiellen Taubährigkeit müssten die Einkorngenotypen allerdings geschützt werden. Aufgrund seiner Spätreife erfolgt die Ernte des Einkorns im Mähdrusch erst im Herbst. Zumeist muss das Erntegut (Vesen) noch nachgetrocknet werden. Im Vergleich zum aestivum-Weizen werden vom Einkorn häufig nur 20 % des Ertrages (spelzenfrei) des Weichweizens geerntet. Das Einkornmehl zeichnet sich durch sehr hohe Protein- und Klebergehalte aus. Seine Gelbpigmentierung verleiht den Broten und Gebäcken eine angenehm aussehende Farbe. Einkornbrote und -gebäcke haben einen nussartigen Geschmack.

The Einkorn (Triticum monococcum) is an old culture of a diploid wheat, created by man, which was rather important in the past. Compared with the other wheat species, the Einkorn produces the most proteine and glue containing flour. Therefore this flour was very suitable for the bread production and the making of batter pudding. In the past, the veses of the Einkorn were used as concentrated feed stuff for horses. The cultivation of the Einkorn has no importance in normally-operated undertakings due to its late ripeness and small yields. Due to is undemanding character the Einkorn is a real mountain plant. Because of its slow development the sowing of the Einkorn should be carried out at the beginning, in the midth of September. Weedfree fields are necessary for a successful cultivation of Einkorn, this can be achieved by mild herbicides which are also applied in durum-wheat. The weak steadiness of the Einkorn can be repaired by using growth regulators. According to the older literature, the Einkorn is, compared to some diseases like striperust, brown rust and black rust as well as compared to common bunt and smut, more resistant than the soft wheat genotypes. This would be of some importance for its cultivation as well as for the wheat breeding. The Einkorn genotypes, however, should be protected against brown rust and head blight. Due to its late ripeness the cropping of the Einkorn takes place by combine harvesting not until autumn. In many cases the crops (veses) have to be dried again. Compared to the aestivum-wheat, often only 20 % of the soft wheat yield are achieved when cropping Einkorn (without husks). The Einkorn flour distinguishes itself by very high contents of proteins and glue. The yellow pigmentation gives the bread and cakes a pleasant looking colour. Einkorn bread and cakes have a taste of nut.

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Mielke, Horst / Rodemann, Bernd: Zum Anbau und Pflanzenschutz bei der seltenen Weizenart Einkorn (Triticum monococcum). 2007.

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