Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“

Böttcher, H.; Garz, J.; Weipert, D.

In dem Dauerversuch „Ewiger Roggenbau“ wird Winterroggen (Secale cereale L.) auf einem aus Sandlöß hervorgegangenem Parabraunerde-Tschernosem seit 1878 in Selbstfolge angebaut. Die Düngungsvarianten sind: (I) „Stallmist I“, (II) „-PK“, (III) „NPK“, (IV) „NPK + Stallmist“ seit 1991, vorher „N--“, (V) „ungedüngt“, (VI) „Stallmist II“ bis 1952, seitdem ungedüngt. Seit Teilung der Parzellen (1962) erfolgt der Anbau des Roggens auch in Fruchtwechsel mit Kartoffeln. Ziel der vorliegenden Arbeit war, den Einfluß der Fruchtfolge in Interaktion mit den Düngungsvarianten auf die Verarbeitungsqualität des Erntegutes zu prüfen. Untersucht wurde das Erntegut der Jahre 1993 und 1995. Auf „Ungedüngt“, wo sich die N-Zufuhr seit langem auf den Eintrag aus der Luft (40 kg N ha–1 Jahr-–1) beschränkt, lagen die Erträge (dem langjährigen Trend entsprechend) in diesen Jahren um 40 bzw. 48% niedriger als auf „NPK“. Ähnlich verhält es sich mit den Varianten II und VI. Bei Fruchtwechsel wurde im Mittel der Varianten ein Mehrertrag gegenüber der Selbstfolge (41,2 dt ha–1) von 9,4 dt ha-–1 erzielt. In qualitativer Hinsicht bestanden zwischen den Düngungsvarianten weder im Hektolitergewicht und Tausendkorngewicht, noch in den geprüften Mahleigenschaften bemerkenswerte Unterschiede. Auch die verarbeitungstechnologischen Merkmale (Fallzahl, Verkleisterungseigenschaften der Stärke sowie Brotvolumen, Porenlockerung und Krumenelastizität des erbackenen Brotes) lassen keinen Einfluß von Düngung und Fruchtwechsel erkennen. Jahresunterschiede im Pentosangehalt, in der Fallzahl und den Verkleisterungseigenschaften der Stärke waren deutlich witterungsbedingt. Wenn die hohen düngungsbedingten Ertragsdifferenzen nur von geringen Qualitätsunterschieden begleitet waren, so steht das in Zusammenhang mit dem Fakt, daß die Ertragsunterschiede bei stabilem Tausendkorngewicht vor allem auf Veränderungen in der Kornanzahl je Fläche zurückzuführen sind.

In the long-term experiment „Eternal Rye Cropping“ winter rye (Secale cereale L.) is continuously cropped on a Parabraunerde-Tschernosem derived from sandy loess since 1878. The treatments are: (I) „manure I“, (II) „-PK“ (III) „NPK“, (IV) „NPK + manure“ since 1991, previously „N--“, (V) unfertilized“, (VI) „manure II“ till 1952, then unfertilized. After the subdivision of the initial plots (1962) rye was also cropped in rotation with potatoes. The present paper investigates the effect of crop rotation in interaction with fertilization on the processing performance of rye. Grain quality was analyzed in two years, 1993 and 1995. On the plots without any fertilization (V) where the N-input was confined to the atmogenic deposition (40 kg N ha–1 year–1), the yield in these years amounted (in accordance with the long-term trends) to only 40 and 48% respectively of that on „NPK“ plots. A similar response was observed with the treatments II and VI. Crop rotation incereased the grain yield on an average of ll treatments by 9.4 dt ha–1 compared to continuous cropping (with 42.2 dt ha–1). With respect to quality there were no marked differences between the treatments, neither relating to the hectolitre weight and 1000 kernel weight nor to the tested milling properties. The same was true with processing criteria of the flour (as Falling Number or pasting properties of starch) and also with the quality parameters of the baked bread (as bread volume, pore space continuity and crumb elasticity). Differences between the two years regarding pentosane content, Falling Number and pasting properties of starch have likely been caused by climatic condition. The observation that the remarkable yield differences resulting from differentiated fertilization are accompanied by only small differences in quality may be connected to the fact that these yield differences were due mainly to differences in the number of kernels per square meter without any significant change in 1000 kernel weight.

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Böttcher, H. / Garz, J. / Weipert, D.: Auswirkungen unterschiedlicher Düngung auf Ertrag und Verarbeitungsqualität des Roggens bei langjährigem Anbau in Selbstfolge und Fruchtwechsel – Ergebnisse des Dauerversuches „Ewiger Roggenbau“. 2000.

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