Status quo der Umsetzung von Naturschutz im Wald gegen Entgelt in Deutschland : Ergebnisse einer Befragung von Stiftungen

Kownatzki, Dierk GND; Blomberg, Moritz von; Demant, Laura; Lutter, Carina; Meyer, Peter; Möhring, Bernhard GND; Paschke, Marian GND; Seintsch, Björn GND; Selzer, Anne Mira GND; Franz, Kristin GND

Vertragsnaturschutz bzw. Naturschutz gegen Entgelt wird im Wald bisher nur vereinzelt umgesetzt. Vor diesem Hintergrund analysiert das Verbundforschungsprojekt „Vertragsnaturschutz im Wald (WaVerNa)“ den gegenwärtigen Umsetzungsstand sowie die Potenziale und Hemmnisse von Vertragsnaturschutz im Wald aus einer waldökologischen, ökonomischen und rechtlichen Perspektive. In diesem Zusammenhang wurde eine orientierende Online-Befragung von Stiftungen im Bundesgebiet zu ihrem Förderengagement von Waldnaturschutz durchgeführt. Für die Auswertung standen die Antworten von 38 Stiftungen, die Waldnaturschutzmaßnahmen gegen Entgelt fördern bzw. umsetzen oder dies in Zukunft beabsichtigen, zur Verfügung. Befragt nach den geförderten bzw. beabsichtigten Waldnaturschutzmaßnahmen, gaben die Stiftungen ein breites Spektrum an. Bei den meisten Stiftungen überwiegen kleine Flächen außerhalb von Schutzgebieten. Das jährliche Budget für die Förderung von Waldnaturschutz beläuft sich bei der Mehrheit der Stiftungen auf weniger als 50.000 €. Die konkrete Anzahl der Stiftungen, die Waldnaturschutz gegen Entgelt auf Flächen Dritter in Deutschland fördern, ist unbekannt. Auf Basis von Annahmen zur Rücklaufquote der Befragung, beläuft sich die zugehörige Grundgesamtheit auf eine Größenordnung von 90 bis 170 Stiftungen. Auf Basis dieser Schätzung beläuft sich die jährliche Maßnahmenfläche der Stiftungen im Bundesgebiet in einer Größenordnung zwischen 14.000 und 17.000 ha Wald und das jährliche Budget in einer Größenordnung von 2,7 bis 3,7 Mio. €. Bei einer insgesamt positiven Beurteilung der Erfahrungen mit Waldvertragsnaturschutz, planen mehr als zwei Drittel der teilnehmenden Stiftungen in Zukunft ein gleichbleibendes Engagement.

Contract-based nature conservation or payments for nature conservation measures are de facto sporadically implemented in forests. Against this background the joint research project “Nature Conservation Contracts in Forests (WaVerNa Project)” aims to analyze the current implementation status as well as opportunities and constraints of nature conservation contracts in the field of forest ecology, economics, and law. In this context foundations were asked in a nationwide online survey referring to their financial involvement in forest nature conservation. The answers of 38 foundations which financially sponsor or intend to sponsor measures of forest nature conservation were assessed. When asked, foundations stated to sponsor or intend to sponsor a broad range of measures of forest nature conservation. Most of the foundations are actively supporting almost small areas outside of nature reserves. Consequently, most of the foundations deal with an annual funding budget for nature conservation measures in forests of less than 50,000 €. The number of foundations which sponsor nature conservation measures in third-party forest areas in Germany is unknown. Based on assumptions referring to the response rate, the basic population of foundations could roughly be estimated by an approximate dimension of 90 to 170 foundations. Based on this dimension the annually funded forest area of all German foundations involved in forest nature conservation is estimated between approximately 14,000 and 17,000 hectares, while the corresponding estimate of annual funding budget ranges between 2.7 and 3.7 million € at mean. Due to an almost positive assessment of their experiences of nature conservation contracts in forests, two third of the participating foundations are planning for the future to continue their engagement in the same manner.

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Kownatzki, Dierk / Blomberg, Moritz / Demant, Laura / et al: Status quo der Umsetzung von Naturschutz im Wald gegen Entgelt in Deutschland : Ergebnisse einer Befragung von Stiftungen. Braunschweig 2018. Johann Heinrich von Thünen-Institut.

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