Erste „Epi-Days“ in Greifswald : Erfolgreicher Start für die Fachtagung zur Ausbreitung und Kontrolle von Tierseuchen

Friedrich-Loeffler-Institut GND (Hrsg.)

Greifswald – Insel Riems, 24. März 2017. Mit 120 Teilnehmern legte die erste Fortbildungsveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Veterinärbehörden des Bundes, der Länder und Kommunen in Greifswald einen erfolgreichen Start hin. Das Institut für Epidemiologie des Friedrich-Loeffler-Instituts hatte am 23. und 24. März zu den Themen Risikobewertung, Beobachtung und Überwachung, Ausbruchsuntersuchungen sowie Untersuchungen mit Hilfe von Stichproben ins Alfried Krupp Wissenschaftskolleg eingeladen. Einen Schwerpunkt bildete die Afrikanische Schweinepest, die sich im Baltikum und Polen seit 2014 festgesetzt hat. In den baltischen Staaten tritt die Tierseuche bei Wildschweinen andauernd auf, ist also endemisch geworden. Da eine Ausbreitung in andere EU-Länder bisher ausgeblieben ist, ist die Aufmerksamkeit für die erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung einer Einschleppung aufrechtzuerhalten. Bis auf weniger als 150 Kilometer ist im Süden und Südwesten die Blauzungenkrankheit wieder an Deutschland herangerückt, die bei Rindern, Schafen und Ziegen zu Leistungseinbrüchen und schmerzhaften Erkrankungen führen kann. Die Lumpy Skin Disease bei Rindern breitete sich im letzten Jahr vor allem auf dem Balkan weiter aus; hier ist die erhöhte Wachsamkeit von Landwirten und Tierärzten gefragt, um einen Eintrag möglichst früh zu erkennen. Neue epidemiologische Analysemethoden, Konzepte zur Bekämpfung des Kleinen Bienenbeutenkäfers und das 2015 erstmals nachgewiesene Bunthörnchen-Borna-Virus 1 standen unter anderem ebenfalls auf dem Programm. Der zweite Tag stand im Zeichen der Geflügelpest. Deutschland bzw. Europa erlebt derzeit das größte Geschehen dieser Tierseuche seit Beginn der Aufzeichnungen. Intensive Analysen des Virus verdeutlichen dessen Weg aus Südostasien nach Europa. Durch Ausbruchsuntersuchungen wurden mögliche Eintragsursachen in Geflügelhaltungen ermittelt und Konsequenzen für den Schutz vor Einschleppung erörtert. Viele Fragen sind allerdings noch offen und müssen weiterhin bearbeitet werden. In der abschließenden Podiumsdiskussion wurden Perspektiven für die Geflügelhaltung und mögliche Anpassungen der Schutzmaßnahmen und Bekämpfungsstrategien diskutiert. Die positive Resonanz der Teilnehmer auf die ersten „EPI-Days“ bestärkt das Institut für Epidemiologie darin, die Fachtagung weiterzuführen.

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Erste „Epi-Days“ in Greifswald. Erfolgreicher Start für die Fachtagung zur Ausbreitung und Kontrolle von Tierseuchen. www.fli.de 2017.

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