Tetratrichomonas gallinarum als Ursache für Typhlohepatitis bei Zuchtgänsen – ein Fallbericht

Schmidt, V.; Böhme, J.; Hauck, R.; Hafez, H. M.; Krautwald-Junghanns, M.-E.

In einer Zuchtherde von Hausgänsen trat eine wiederholte Mortalität von 10% am Ende der Legetätigkeit auf, wobei bei den einjährigen Tieren die Mortalitätsrate bis auf 40% anstieg. Insgesamt wurden 18 Gänse pathologisch, parasitologisch, mikrobiologisch und molekularbiologisch in zwei aufeinanderfolgenden Jahren untersucht. Sechs männliche und weibliche Gänse (3/3) wurden zu Beginn der Legezeit untersucht. Neun weibliche Gänse wurden am Ende der Legeperiode untersucht und zwei weitere weibliche Gänse während der Legezeit im Herbst. Molekularbiologische Untersuchungen von Blinddarm- und Lebergewebe sowie Umweltproben (Fäkalien, Wasser, Einstreu und Kot von Ratten (Rattus norvegicus) von verschiedenen Standorten in der Anlage gesammelt) und verschiedene Fliegenarten (Fannia canicularis, Musca domestica, Musca autumnalis) zum Nachweis von Histomonas meleagridis und Tetratrichomonas gallinarum wurden durchgeführt. Alle weiblichen Gänse im ersten Jahr der Eiablage wiesen eine diphteroide Typhlitis und Ablagerung von Kalzium in den Nieren auf. Eine akute nicht-eitrige Hepatitis wurde in zwei dieser fünf Gänse diagnostiziert. Aber auch eine zweijährige Gans am Ende der Legeperiode zeigte entsprechende Befunde. Hingegen lag eine Typhlohepatitis nicht bei dreijährigen Gänsen am Ende der Legeperiode, Gantern als auch nicht bei Gänsen zu Beginn bzw. währende der Eiablage vor. Tetratrichomonas gallinarum konnte sowohl in den Blinddärmen mit pathologischen Befunden als auch in denen ohne pathologische Befunde nachgewiesen werden. Darüber hinaus wurde Tetratrichomonas gallinarum-DNA in der Leber einer Gans mit Typhlohepatitis sowie im Kot der Gänse und Ratten als auch aus der Kleinen Stubenfliege (Fannia canicularis) nachgewiesen. Die Ergebnisse der bakteriologischen Untersuchung waren widersprüchlich. In nur einer Gans wurde Heterakis gallinarum im Blinddarm nachgewiesen. Salmonella sp., Brachyspira sp., Histomonas meleagridis oder Pilze waren in keiner der postmortal untersuchten Gänse nachweisbar. Als Ursache der Typhlohepatitis und der damit einhergehenden erhöhten Mortalität kann folglich Tetratrichomonas gallinarum angesprochen werden. Kalziumablagerung in der Niere ist ein häufiger Befund bei dehydrierten Vögeln in diesem Fall durch die dokumentierte Typhlitis verursacht. Ratten und die Kleine Stubenfliege scheinen potenzielle Vektoren für Tertratrichomonas galinarum zu sein.

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Schmidt, V. / Böhme, J. / Hauck, R. / et al: Tetratrichomonas gallinarum als Ursache für Typhlohepatitis bei Zuchtgänsen – ein Fallbericht. 2014.

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