Kokzidiosen beim Wirtschaftsgeflügel: Grundsätzliches zum Entwicklungszyklus der Parasiten, zur Pathogenese und Immunität der Wirte

Rinder, M.; Korbel, R.

Infektionen mit Kokzidien sind Ursache einer der häufigsten Erkrankungen in Geflügelbeständen und besitzen hohe wirtschaftliche Bedeutung. Beim Huhn kommen sieben Eimeria-Arten vor, die als Krankheitserreger für verschiedene Altersklassen der Hühner unterschiedliche Bedeutung besitzen. E. tenella und E. necatrix, die als die Arten mit der höchsten Pathogenität gelten, stellen vor allem in Aufzucht- und Mastbeständen bedeutende Krankheitserreger dar, während E. acervulina, E. mitis, E. maxima und E. brunetti primär in Legehennenhaltungen große Relevanz besitzen. Meist werden Mischinfektionen mit mehreren Eimeria-Arten festgestellt, die oft durch gleichzeitiges Vorkommen von Koinfektionen, zum Beispiel mit Clostridien oder Salmonellen, kompliziert werden. Die einzelnen Arten besiedeln verschiedene Darmabschnitte und unterscheiden sich in ihrer Entwicklung, Pathogenität und Immunitätsbildung. Schwerwiegende Erkrankungen werden weniger durch Teilungsstadien der Eimerien im Darmepithel als vielmehr durch Vermehrungsvorgänge in subepithelialem Gewebe mit Eröffnung der dort vorkommenden Blutkapillaren verursacht. Hühner entwickeln infolge einer Infektion mit Eimeria sp. eine primär T-Zell-basierte Immunität, die weitgehend speziesspezifisch ist, also kaum Schutz gegen andere Arten bietet und die durch kontinuierliche Reinfektionen aufrechterhalten wird.

Cite

Citation style:

Rinder, M. / Korbel, R.: Kokzidiosen beim Wirtschaftsgeflügel: Grundsätzliches zum Entwicklungszyklus der Parasiten, zur Pathogenese und Immunität der Wirte. 2014.

Rights

Use and reproduction:
All rights reserved

Export