Vorkommen von Neospora-caninum-Infektionen bei Rindern in Rheinland-Pfalz

Schares, Gereon GND; Bärwald, Andrea GND; Staubach, Christoph GND; Ziller, Mario GND; Klöss, Detlef GND; Schröder, Ronald GND; Wurm, R.; Rauser, M.; Labohm, R.; Dräger, K.; Fasen, W.; Hess, G.; Conraths, Franz Josef GND

Gegenstand und Ziel: Neospora caninum gehört weltweit -zu den am häufigsten nachgewiesenen infektiösen Abortursachen beim Rind. In Rinderherden können N.-caninum-Infektionen zu dauerhaft erhöhten Abortraten oder ausbruchartig verlaufenden Abortgeschehen führen. Die Ziele der hier zusammengefassten Studien waren, einen Überblick über die Verbreitung der N.-caninum-Infektion bei Milchrindern in Rheinland-Pfalz zu erhalten und mögliche Risikofaktoren für die Eintragung der Infektion in Rinderherden zu ermitteln. Material und Methoden: Im Jahr 2000 wurden 90% (n = 3260) der Herden in Rheinland-Pfalz mit einem Sammelmilch-ELISA untersucht, um den Anteil N.-caninum-positiver Herden zu ermitteln. Ergebnisse: Es ergaben sich deutliche regionale Unterschiede. In den südlichen Landkreisen und Städten waren zum Teil mehr als 15% der Herden positiv, während in den nordwestlichen Kreisen die Vorkommenshäufigkeit positiver Befunde zum Teil unter 5% lag. Eine im selben Zeitraum durchgeführte Risikofaktorstudie, an der sich über 1200 Landwirte beteiligten, deutet darauf hin, dass die Anzahl der von Landwirten auf den Höfen gehaltenen Hunde den bedeutendsten Risikofaktor darstellt. Die Dichte der in der Gemeinde gehaltenen Hunde trat ebenfalls als Risikofaktor für ein positives Sammelmilchergebnis der Einzelherde zutage. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Die Befunde der zusammengefassten Studien sprechen dafür, dass neben den Hofhunden auch die in der Umgebung der Herde gehaltenen Hunde eine Quelle für den Eintrag von N. caninum in Rinderherden darstellen. Sie erklären auch, weshalb in Betrieben, die keinen Hofhund halten, mit N. caninum in Verbindung stehende Verkalbungen auftreten können.

Neospora caninum belongs to the most frequently diagnosed infectious causes of bovine abortion. In cattle herds, infections with N. caninum may result in permanently increased abortion rates or abortion outbreaks. The aims of the here summarized studies were to obtain an overview over the distribution of bovine N. caninum infections in the German state of Rhineland-Palatinate and to identify putative risk factors for the introduction of the infection into herds. Material and methods: In the year 2000 90% (n = 3260) of the dairy herds of the state of Rhineland Palatinate were examined by a bulk milk ELISA. Results: Clear regional differences were observed. In the districts and cities located in the south of Rhineland-Palatinate more than 15% of the herds were tested positive while in the north-western districts the prevalence was partially below 5%. A risk factor analysis to which more than 1200 farmers contributed was conducted during the same period of time. It indicates that farm dogs represent the most important risk factor. However, also the density of dogs kept in the municipality of farm location appeared as a risk factor for herds to be bulk milk positive. Conclusions and clinical relevance: The results of the summarized studies provide evidence that, in addition to farm dogs, also dogs kept in the surroundings of farms represent a source for the introduction of N. caninum infections into cattle herds. The observations can explain why N. caninum associated abortions also occur on German farms that do not keep dogs.

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Schares, Gereon / Bärwald, Andrea / Staubach, Christoph / et al: Vorkommen von Neospora-caninum-Infektionen bei Rindern in Rheinland-Pfalz. 2004.

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