Einfluss der Bodenbearbeitung auf die Entwicklung der Verunkrautung in einem Dauerfeldversuch

Schwarz, Jürgen GND; Pallutt, Bernhard GND

Die pfluglose Bodenbearbeitung nahm in den letzten Jahren in Deutschland auf fast 40 % der Anbaufläche stark zu. Durch den Verzicht des Pflügens wird im Allgemeinen eine Zunahme der Verunkrautung beobachtet. Gleichzeitig nimmt der Einsatz von Herbiziden bei pflugloser Bewirtschaftung zu. Die langfristigen Auswirkungen der pfluglosen Bodenbearbeitung hinsichtlich Unkrautauflauf und Herbizidanwendung werden in einem Dauerversuch in Dahnsdorf (Bundesland Brandenburg) untersucht. Die Anwendung von Glyphosat zur Saatbettbereitung muss dabei nicht zwangsläufig erfolgen, sondern in Abhängigkeit von den Auflaufbedingungen der Unkräuter und der Vorkultur; so war zum Beispiel im Erntejahr 2010 gar kein Einsatz nötig. Die Bekämpfung des Getreidedurchwuchses im Winterraps in den pfluglosen Varianten erforderte in 6 von 7 Jahren den Einsatz von Graminiziden. Der Unkrautauflauf wird primär durch die vorhergehende Fruchtfolge (Marktfrucht mit 67 % Getreide oder Futterbau mit 50 % Getreide) und die Intensität der Herbizidanwendung bestimmt. Erst nach vier Jahren zeigt sich der Einfluss der pfluglosen Bodenbearbeitung auf das Auflaufverhalten der dikotylen Unkräuter. Der Auflauf wird durch die nicht-wendende Bodenbearbeitung gefördert, insbesondere in Kombination mit leicht reduzierten Herbizidaufwandmengen (Strategie IPS). Die dikotylen Unkräuter bestehen zu ca. 70 % aus den fünf Arten Viola arvensis, Veronica spp., Stellaria media, Matricaria spp. und Centaurea cyanus. Bei den monokotylen Arten ist Windhalm die dominierende Art. Der Auflauf ist hier stärker von der aktuellen Jahreswitterung und insbesondere den Keimbedingungen im Herbst abhängig.

In Germany reduced tillage (without ploughing) increased to nearly 40% of arable land. Without using a plough weed infestation generally rises. Simultaneously the use of herbicides increases. In a long-term field trial in Dahnsdorf (federal state of Brandenburg, Germany) the impact of reduced tillage on weed occurrence and herbicide use is investigated. The use of glyphosate for seedbed preparation is not always necessary, e.g. in the crop year 2010 glyphosate was not used. The use depends on the rate of weed emergence and the precedent crop. For canola the situation is different, volunteer cereal plants had to be controlled by a graminicide in 6 out of 7 years. In the first years weed emergence is determined by the former crop rotation (cash cropping with 67% cereals vs. forage cropping with 50% cereals) and the herbicide strategy. Round about after four years the influence of the reduced tillage appears in case of the dicotyledonous weeds. Emergence of these weeds is promoted by the reduced tillage especially in combination with slightly reduced herbicide amounts (strategy IPS). The species of the dicotyledonous weeds are mainly (about 70%) Viola arvensis, Veronica spp., Stellaria media, Matricaria spp. and Centaurea cyanus. For Apera spica-venti the emergence is mainly based on the weather conditions and the germinative terms in autumn.

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Schwarz, Jürgen / Pallut, Bernhard: Einfluss der Bodenbearbeitung auf die Entwicklung der Verunkrautung in einem Dauerfeldversuch. 2014.

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