Entwicklung und Validierung einer Real-time PCR-Methode zum Nachweis von Krebstieren als potentiell allergene Zutat in Lebensmitteln

Schmidt, J.

Krebstiere zählen zu den Lebensmitteln, die am häufigsten allergische Reaktionen mit zum Teil schwerwiegenden Symptomen auslösen. Die Prävalenz liegt je nach Population schätzungsweise bei 2-3 %, wobei Länder in Küstenregionen besonders häufig betroffen sind. Trotz der gesetzlich verpflichtenden Deklaration von Krebstieren als allergene Zutat in Lebensmitteln ist das Angebot von geeigneten und hinreichend validierten Nachweis-methoden in diesem Bereich derzeit noch unzureichend. Dies erforderte im Rahmen der vorliegenden Arbeit die Entwicklung eines auf der real-time PCR basierenden spezifischen und präzisen Nachweissystems für Krebstiere. Die auf Grundlage der TaqMan®-Technologie entworfenen real-time PCR-Systeme sehen den spezifischen Nachweis von wirtschaftlich relevanten Krebstieren in frischen und prozessierten Lebensmitteln vor, ohne mit lebensmittelrelevanten Spezies kreuz zu reagieren. Zielgen ist das mitochondriale 16S rRNA-Gen, welches aufgrund der hohen Sequenzkonservierung häufig zum molekularbiologischen Nachweis von Krebstieren eingesetzt wird. Die Entwicklung eines einzelnen speziesübergreifenden Konsensus-systems war aufgrund der außerordentlichen Artenvielfalt der Krebstiere und der daraus resultierenden hohen Sequenzvariabilität zwischen verschiedenen Spezies nicht möglich. Auch eine Multiplex-PCR kam aufgrund der schwierigen Standardisierbarkeit nicht in Frage. Die nach einer Methodenvalidierung entworfenen drei Einzel-PCR-Systeme erlauben den Nachweis von Garnelen der Familie Penaeidae sp. bzw. der Familie Crangonidae sp. sowie von Hummer und Hummerartigen der Familie Nephropidae sp. Die im Rahmen dieser Arbeit ebenfalls evaluierten publizierten real-time PCR-Systeme zeigten aufgrund unzureichender Validität (CAO et al. 2011) bzw. aufgrund des fehlenden Nachweises der Nordseegarnele (Crangon crangon) (SACACE BIOTECHNOLOGIES 2010) keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Dies verdeutlicht die Qualität der selbst- entwickelten Nachweissysteme zusätzlich. Diese zeichnen sich auch gegenüber weiteren bisher veröffentlichten kommerziellen Nachweismethoden vor allem durch die hohe Spezifität, die geringeren finanziellen Kosten und die Unabhängigkeit von kommerziellen Anbietern aus. Zudem wird auch die besonders in Deutschland wirtschaftlich relevante Nordseegarnele erfasst, für die bisher kein PCR-basierter Nachweis möglich war. Inwieweit die entwickelten real-time PCR-Systeme für den Nachweis von Krebstieren als potentiell allergene Zutat in Lebensmitteln tatsächlich in der Praxis geeignet sind, werden zukünftige Untersuchungen zeigen

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Schmidt, J.: Entwicklung und Validierung einer Real-time PCR-Methode zum Nachweis von Krebstieren als potentiell allergene Zutat in Lebensmitteln. Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 2012.

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