Validierung eines Verfahrens zum Nachweis von Hydroxyprolin aus Kollagen zum Nachweis von Tiermehl in pflanzlichen Futtermitteln

Schulz, K.

Die Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) zählt zu den Transmissiblen Spongiformen Enzephalopathien, die alle mit einer übertragbaren, schwammartigen Degeneration des Nervengewebes einhergehen und nach Ausbruch der Erkrankung zum Tode führen. BSE steht in Zusammenhang mit der Verfütterung von Tiermehlen in Futtermitteln, indem sogenannte pathologische Prionproteine, die im Tiermehl enthalten sein können, bei physiologischen körpereigenen Prionproteinen eine Fehlfaltung auslösen und dadurch die neuronalen Funktionen im Körper gestört werden. Aufgrund dessen wurden zum Schutz der Bevölkerung Maßnahmen getroffen, indem beispielsweise seit 2001 EU-weit das Verfüttern gewisser tierischer Proteine an bestimmte Tiere verboten ist. Zurzeit ist die mikroskopische Untersuchung jedoch die einzige offizielle Methode zur Untersuchung von Bestandteilen tierischen Ursprungs.Ziel dieser Arbeit war, ein Screeningverfahren zum Nachweis von Tiermehl in pflanzlichen Futtermitteln zu validieren. Die Methode ist an ein Protokoll, das in der Amtlichen Sammlung von Untersuchungsverfahren nach § 64 LFGB vom BVL veröffentlicht ist, angelehnt. Das Protokoll beruht auf einem photometrischen Nachweis der im Kollagen enthaltenen Aminosäure 4-Hydroxyprolin zur Prüfung von Bindegewebsanteilen in Fleisch und Fleischwaren. In dieser Arbeit sollte überprüftwerden, inwiefern diese Methode auch auf andere kollagenhaltige Materialien, wie Tiermehl, übertragbar ist und ob bei pflanzlichen Bestandteilen von Futtermitteln ein negatives Signal detektiert wird. Die Ergebnisse zeigen, dass neben einem starken Positiv-Signal von 100%igen Tier- und Fischmehlen auch bei einigen wichtigen Pflanzenmaterialien (Soja, Raps), die häufig in Mischfuttermitteln Verwendung finden, ein Positiv-Signal ermittelt wurde. Die Nachweisgrenze konnte bei 0,1 % Tiermehl in Weizenmatrix festgelegt werden, jedoch immer unter der Berücksichtigung des Abzugs des bekannten Hintergrundrauschens der jeweilig verwendeten Pflanzenmatrix. Geht man jedoch von einer nicht genau definierten prozentualen Zusammensetzung eines Futtermittels aus, kann nicht genau geklärt werden, ob bei einem Positiv-Signal eine erhöhte Hydroxyprolinkonzentration gemessen wurde oder eine Futterpflanze eingesetzt wurde, die ein erhöhtes Hintergrundrauschen auslöst. Somit bedarf noch der Klärung, ob das in Pflanzen gemessene 4-Hydroxyprolin wirklich einem Bestandteil von den in Pflanzen enthaltenen Extensinen entspricht oder ob andere bisher nicht identifizierte Substanzen für das Hintergrundrauschen verantwortlich sind. Jedoch ist die Methode zur Bestimmung des Hydroxyprolingehaltes, im Gegensatz zur Mikroskopie, als Marker für kollagenhaltige Materialien ein sehr einfaches, objektives, zeitsparendes und kostengünstiges Screeningverfahren und könnte daher vor allem Anwendung in Homogenitätstests finden oder in Futtermitteln, bei denen die Zusammensetzung der einzelnen Bestandteile bekannt ist

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Schulz, K.: Validierung eines Verfahrens zum Nachweis von Hydroxyprolin aus Kollagen zum Nachweis von Tiermehl in pflanzlichen Futtermitteln. Friedrich-Schiller-Universität Jena, Biologisch-Pharmazeutische Fakultät, Institut für Ernährungswissenschaften 2012.

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