Qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland aus Osteuropa

Friedrich-Loeffler-Institut GND (edt.)

Im Juni 2007 wurden erste Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Georgien gemeldet. In der nachfolgenden Zeit breitete sich die ASP in Georgien aus und wurde in die Nachbarländer Armenien, Aserbaidschan und die Russische Föderation (RF) eingeschleppt. Bereits Ende 2012 waren 426 Ausbrüche der Tierseuche bei Haus- und Wildschweinen in vielen Regionen des europäischen Teils der RF aufgetreten (FAO EMPRES, 2013). Seit 2012 bis ins Frühjahr 2014 hat sich die Afrikanische Schweinepest mit Einträgen in die Ukraine (Haus- und Wildschweine), nach Weißrussland (Hausschweine in Kleinhaltungen, Lage beim Wildschwein unbekannt) und in die EU-Mitgliedsstaaten Litauen und Polen in Richtung Westen ausgebreitet. In den beiden MS wurden im Jahr 2014 bis jetzt insgesamt vier ASPinfizierte Wildschweine im Grenzgebiet zu Weißrussland aufgefunden. In Anbetracht der weiten geographischen Verbreitung der gemeldeten Ausbrüche auf dem Territorium der RF bei Haus- und Wildschweinen sowie der Einschleppung in die Nachbarländer Weißrussland, Ukraine, Litauen und Polen wurde das Risiko einer Einschleppung der ASP nach Deutschland durch Fahrzeug- und Personenverkehr besonders im Hinblick auf einen Eintrag in die deutsche Wildschweinpopulation bewertet. Das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegales Verbringen und Entsorgen von kontaminiertem Material wird als hoch eingeschätzt. Das Risiko des Eintrags durch kontaminiertes Schweinefleisch oder daraus hergestellte Erzeugnisse entlang dem Fernstraßennetz durch Fahrzeuge oder Personen wird im Sinne eines „worst case scenario“ als hoch eingeschätzt. Das Risiko einer Einschleppung durch den Jagdtourismus und das Mitbringen von Jagdtrophäen aus betroffenen Regionen wird als mäßig bewertet. Das Risiko eines Eintrags der ASP durch direkten Kontakt zwischen infizierten Wildschweinen wird als mäßig beurteilt.

First cases of African swine fever (ASF) were reported in Georgia in 2007. Subsequently, the disease spread into the neighboring countries of Armenia, Azerbaijan and to the Russian Federation (RF). By the end of 2012, 426 outbreaks had been recorded both in the domestic pig sector and in the wild boar population in the European part of the RF (FAO EMPRES, 2013). Since 2012 until early 2014 the disease has spread in westerly direction with incursions of ASF into the Ukraine (backyard pigs and wild boar) and Belarus (backyard pigs, situation in wild boar unknown) and meanwhile also into the EU member states Lithuania and Poland. In both countries, ASF infected wild boar have been found in areas bordering Belarus. In view of the wide distribution of ASF cases and recorded outbreaks within the territory of the RF in the domestic pig sector and the wild boar population, and the incursions into the neighboring countries Belarus, Ukraine, Lithuania and Poland, the risk of introduction of ASF into the wild boar population of Germany by transport vehicles and travellers has been evaluated. The risk of entry of ASF into Germany through illegal transportation and disposal of contaminated material is estimated as high. The risk of entry of contaminated pork meat and from pork derived products by vehicles or people along the main traffic routes is judged as high in the context of a “worst case scenario”. The risk of entry via hunting tourism in affected areas and carrying back trophies from such areas is estimated as moderate. The risk of direct spread through infected wild boar is assessed as moderate.

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Qualitative Risikobewertung zur Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Deutschland aus Osteuropa. Greifswald - Insel Riems 2014. Friedrich-Loeffler-Inst..

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