Surveillance-Szenarien bei Trichinella-freien Schweinemastbetrieben: Vor- und Nachteile aus statistischer Sicht.

Groß, S.; Mayer-Scholl, A.; Greiner, M.; Müller-Graf, C.; Nöckler, K.

Die Trichinellose ist eine in Deutschland selten vorkommende Erkrankung. Natürliches Reservoir sind Wildkarnivoren, wie Marderhund und Fuchs, sowie Wildschweine. Bei in Deutschland gehaltenen Hausschweinen – insbesondere aus geschlossenen Haltungen – tritt praktisch keine Infektion mit Trichinella spp. mehr auf, wie die Untersuchungsdaten der letzten 20 Jahre zeigen (seit 1990: 870 Millionen Tiere getestet: 7 Fälle). Daher wird überlegt, ob die systematische Trichinenuntersuchung bei Mastschweinen durch eine risikobasierte Überwachung (Surveillance) ersetzt werden kann. Wie eine solche risikobasierte Überwachung aussehen könnte, soll für zwei unterschiedliche Szenarien analysiert werden. Zu diesem Zweck werden die VorundNachteile zweier Diagnosetests (Verdauungsmethode, ELISA) für drei Herdengrößen (1000, 5000, 10000) untersucht. Betrachtet werden notwendige Stichprobengrößen, Herdensensitivität und -spezifität unter verschiedenen Prävalenzannahmen für die Mastschweine aus einem Trichinellafreien Betrieb. Die Herdensensitivität wird dabei als statistische Sicherheit interpretiert, mit der eine Trichinella-Infektion detektiert bzw. eine Herde als Trichinella-frei betrachtet werden kann. Die Resultate legen nahe, dasseine risikobasierte Bewertung wahrscheinlich auf eine Kombination von diagnostischen Tests unter Berücksichtigung weiterer Kriterien (u. a. Biologische Sicherheit, Hygienestatus des Betriebs) hinausläuft.

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Groß, S. / Mayer-Scholl, A. / Greiner, M. / et al: Surveillance-Szenarien bei Trichinella-freien Schweinemastbetrieben: Vor- und Nachteile aus statistischer Sicht.. 2011.

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