Nachweis von ESBL- E.coli und Clostridium spp. in Milchvieh- und Mastrinderbeständen

Messelhäußer,U.; Hörmansdorfer,S.; Käsbohrer,A.; Manfeld,R.

Einleitung:Ziel dieser epidemiologischen Studie ist es, eine flächendeckende Übersicht über das Vorkommen von Extended-Spektrum-Beta-Laktamase (ESBL) - bildenden E.coli, Clostridium (C.) difficile und C. botulinum bei gesunden Rindern in Südbayern zu erhalten. Dazu wurden 30 Kombibetriebe (Milch- und Mastrinder sowie Kälber) und 15 Mastbetriebe in Oberbayern und Schwaben mit insgesamt 358 Sammelkotproben, 123 Sockentupferpaaren und 117 Staubproben untersucht. Die Betriebe wurden einmalig beprobt und die Bestandsdaten zum Zeitpunkt der Beprobung mit Hilfe eines Fragebogens erhoben.Material und Methoden:Zum Nachweis von ESBL- E.coli wurden die Erreger nach Anreicherung auf ESBL-Selektivnährböden angezüchtet, die Isolate biochemisch bestätigt und die MHK-Werte für gängige Antibiotika bestimmt. Anschließend wurden ESBL-verdächtige Isolate mittels real-time (RT)- PCR auf CTX-M-Resistenzgene untersucht.Auf C. difficile und C. botulinum wurde nach Anreicherung mittels RT- PCR gescreent und bei positiven Ergebnissen auf Selektivnährböden überimpft. C. difficile-Isolate wurden zusätzlich molekularbiologisch auf das Vorkommen des entsprechenden Toxinbildungsvermögens untersucht.Ergebnisse und Diskussion:Bei den meisten beprobten Betrieben konnten ESBL-bildende E. coli nachgewiesen werden, wobei die Nachweisrate in Kombibetrieben und hier vor allem in der Kälbergruppe.am höchsten war. Die Häufigkeit von ESBL- E.coli in den Mastgruppen der Kombibetriebe entspricht ungefähr der der reinen Mastbetriebe. Der größte Teil der nachgewiesenen CTX-M-Gene konnte der Gruppe CTX-M-1 zugeordnet werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ESBL-E.coli in bayerischen Rinderbeständen sehr weit verbreitet sind. Sehr häufig stellen Kälber ein Reservoir für ESBL- E.coli, aber auch für C. difficile dar. C. difficile konnte vor allem in Kombibetrieben nachgewiesen werden. Am häufigsten war hier die Kälbergruppe betroffen. C. botulinum wurde nur sehr selten in den Betrieben vorgefunden.Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich antibiotikaresistente Keime gehäuft in Tiergruppen mit Antibiotikaeinsatz zeigen. Deswegen wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Resistenzen von der Gabe von Antibiotika abhängig sein könnten. Auch C. difficile wurde gehäuft bei Kälbern nachgewiesen, die mit Antbiotika behandelt wurden. Es wird angenommen, dass dies durch einen Selektionsvorteil der Clostridien gegenüber der normalen Darmflora zurückzuführen sein könnte

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Messelhäußer,U. / Hörmansdorfer,S. / Käsbohrer,A. / et al: Nachweis von ESBL- E.coli und Clostridium spp. in Milchvieh- und Mastrinderbeständen. 2012.

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