Pathogenese der Klassischen Schweinepest:– Parallelen zu viralen hämorrhagischen Fiebern: eine Übersicht

Lange, A.; Blome, Sandra GND; Moennig, V.; Greiser-Wilke, I.

In spite of differences in etiology, viral haemorrhagic diseases share similarities in their pathogenesis. Characteristic for these diseases are thrombocytopenia, petechia and increased vascular leakage. Most lesions can be attributed to cytokine-mediated interactions triggered by infected and activated monocytes and macrophages, rather than by virus-induced direct cell damage. Causative agents of viral hemorrhagic diseases are enveloped RNA viruses. In most cases, they are transmitted to humans from their animal hosts by rodents or arthropod vectors (Arboviruses). Due to the clinical picture, the acute lethal form of classical swine fever (CSF) is also considered as a viral haemorrhagic disease. CSF is caused by an RNA virus in the family Flaviviridae, and members of the Suidae family are the only ones clinically affected. It is a highly contagious, therefore notifiable disease. In contrast to other viral hamorrhagic diseases, it is mainly transmitted oro-nasally by contact with infected pigs, or by contaminated items (semen, swill feed, clothing). The present survey summarizes analogies between classical representatives of viral haemorrhagic fevers, and recapitulates current knowledge concerning the pathogenesis of classical swine fever

Virale hämorrhagische Erkrankungen haben trotz unterschiedlicher Ätiologie einige Gemeinsamkeiten, die sich insbesondere in der Pathogenese widerspiegeln. Kennzeichen sind z. B. das Vorkommen einer Thrombozytopenie, das Auftreten von Petechien und einer erhöhten vaskulären Permeabilität. Viele Läsionen scheinen weniger die Folge direkter Zellschädigungen zu sein, sondern eher über zytokinvermittelte Vorgänge zu entstehen. Dabei kommt infizierten Makrophagenpopulationen und Monozyten eine große Bedeutung zu. Die unkontrollierte Zytokinaktivierung scheint die Symptome der Erkrankung zu verstärken, sodass Hämorrhagien in zahlreichen Organen entstehen. Die Erreger, die diese Art der Erkrankungen verursachen, sind durchweg behüllte RNA-Viren. In den meisten Fällen werden sie über Nager oder Arthropoden (Arboviren) von ihren Wirtstieren auf Menschen übertragen. Aufgrund der Symptomatik kann man auch die akut-letale Verlaufsform der Klassischen Schweinepest (KSP) zu den viralen hämorrhagischen Erkrankungen zählen. Das Virus der KSP ist ein RNA-Virus aus der Familie Flaviviridae, das nur bei Vertretern der Familie Suidae eine Erkrankung hervorruft. Die Schweinepest ist eine hoch ansteckende und daher anzeigepflichtige Tierseuche. Im Gegensatz zu den anderen viralen hämorrhagischen Erkrankungen erfolgt die Übertragung innerhalb eines Bestandes hauptsächlich oronasal direkt von Tier zu Tier oder aber durch Kontakt mit kontaminiertem Material (Sperma, Speiseabfälle, Gegenstände wie Stiefel, Kleidung). Die vorliegende Übersicht soll einerseits die Analogien klassischer Vertreter viraler hämorrhagischer Fieber aufzeigen, und andererseits die bisher bekannten Aspekte der Pathogenese der KSP erläutern.

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Lange, A. / Blome, Sandra / Moennig, V. / et al: Pathogenese der Klassischen Schweinepest:– Parallelen zu viralen hämorrhagischen Fiebern: eine Übersicht. 2011.

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