Die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa - eine Gefahr auch für deutsche Schweinebestände?

Blome, Sandra GND; Kramer, Matthias GND; Höreth-Böntgen, Detlef GND; Conraths, Franz Josef GND; Depner, Klaus Robert GND; Böhle, Wolfgang W. GND; Gall, Yvonne GND; Selhorst, Thomas GND; Micklich, Andreas GND; Staubach, Christoph GND; Kämer, Doris GND; Beer, Martin GND

Das Auftreten und die seit dem Jahr 2007 stattfindende rasche Ausbreitung der Afrikanischen Scheinepest (ASP) in transkaukasischen Ländern, Teilen der Kaukasusregion der Russischen Föderation sowie Ausbrüche in anderen Gebieten des Europäischen Teils von Russland geben Anlass, die Bedrohungslage für die Bundesrepublik zu analysieren. Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Einschleppungsrisikos in das Gebiet der Europäischen Union und damit auch nach Deutschland erscheint Aufklärungsarbeit zu dieser Tierseuche, die in Deutschland noch nie festgestellt wurde, geboten. Die Afrikanische Schweinepest wird durch ein DNA-Virus aus der Familie der Asfarviridae (ASPV) verursacht. Neben Haus- und Wildschweinen sind zumindest in Afrika auch Lederzecken der Gattung Ornithodorus in den Infektionszyklus involviert. Wie die Klassische Schweinepest, von der die ASP klinisch nicht zu unterscheiden ist, kann auch die ASP mit sehr variablen Krankheitsbildern einhergehen. Die in den transkaukasischen Ländern (Georgien, Armenien und Aserbaidschan) und der Russischen Föderation vorherrschenden Virusstämme sind für Schweine aller Altersstufen hoch virulent und verursachen eine Mortalität von nahezu 100 Prozent. Da die Einfuhr lebender Schweine und frischen Schweinefleisches aus der Russischen Föderation und den anderen betroffenen Ländern in die Europäische Union gegenwärtig nicht gestattet ist, geht ein vorherrschendes Einschleppungsrisiko des Erregers insbesondere von im Personen- und Güterreiseverkehr mitgeführten ASPV-kontaminierten Lebensmitteln bzw. Speiseabfällen aus. Weiterhin können kontaminierte und unzureichend desinfizierte Transportfahrzeuge, die aus betroffenen Gebieten zurückkehren, ein erhöhtes Einschleppungsrisiko darstellen.

The occurrence and almost unhindered spread of African swine fever (ASF) in Trans-caucasian countries and the Russian Federation gives reason to analyze the level of threat for the German pig population. In view of a possible risk of introduction into the European Union, disease awareness campaigns and disease recognition training is urgently required, especially since ASF has never been reported in Germany. ASF is caused by a large, complex DNA virus of the Asfarviridae family. Beside domestic pigs and wild boar, soft ticks of the genus Ornithodorus are involved in the infection cycle, especially in Africa. Like classical swine fever (CSF), ASF can be associated with a wide range of clinical syndromes. Based on clinical signs only, discrimination of ASF and CSF is impossible. The virus strains prevailing in the Trans-caucasian countries and the Russian Federation are currently highly virulent indiscriminately both for domestic pigs and wild boar. Mortality may reach up to 100 % in pigs of all ages. As legal animal movements and the transport of pig products from Russia into the EU are not possible, the introduction risk rests with food waste and passenger traffic. Moreover, insufficiently disinfected transport vehicles returning from the Russian Federation and other affected countries pose an additional risk to the German pig population.

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Blome, Sandra / Kramer, Matthias / Höreth-Böntgen, Detlef / et al: Die Afrikanische Schweinepest in Osteuropa - eine Gefahr auch für deutsche Schweinebestände?. 2011.

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