Aktualisierte nahrungsbedingte Aufnahme von Quecksilber

Blume, K.; Lindtner, O.; Schneider, K.; Schwarz, M.; Heinemeyer, G.

Einleitung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung überprüfte zusammen mit dem Forschungs- und Beratungsinstitut für Gefahrstoffe GmbH die lebensmittelbedingte Aufnahme von Quecksilber (Hg) für die deutsche erwachsene Bevölkerung. Methoden: Die für die Berechnung der Hg-Exposition verwendeten Verzehrsdaten für Jugendliche und Erwachsene basieren auf den Dietary History Protokollen der Nationalen Verzehrstudie II, die 2005/2006 vom Max Rubner-Institut durchgeführt wurde. Die verzehrten Lebensmittel wurden in ihre einzelnen, unverarbeiteten Komponenten aufgeschlüsselt, um Kategorien der Hg-Höchstgehaltsverordnungen abzubilden. Informationen zu Hg-Gehalten wurden dem Lebensmittel-Monitoring entnommen und durch Daten aus der Literatur ergänzt. Ergebnisse: Hg wird zum einen als Methyl-Hg über den Verzehr von Fisch aufgenommen. Die wöchentliche Methyl-Hg-Aufnahme der Gesamtbevölkerung beträgt im Mittel 0,17 ìg/kg Körpergewicht (KG), was einer Ausschöpfung der tolerierbaren Aufnahme (PTWI= 1,6 ìg/kg KG) von 11 % entspricht. Vielverzehrer liegen bei etwa 34 %. Hg wird aber auch in elementarer Form über den Verzehr von Getreide, Gemüse, Fleisch und anderen Lebensmitteln aufgenommen. Die mittlere Aufnahme von Gesamt-Hg einschließlich Methyl-Hg von 0,49 ìg/kg KG pro Woche führt zu einer Ausschöpfung des Beurteilungswertes(2,4 ìg/kg KG und Woche) nach JECFA (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives) von 21 %, bei Vielverzehrern beträgt die Ausschöpfung 37 %. Schlussfolgerung: Die Schätzungen zeigen, dass die Hg-Aufnahme über die Nahrung für alle Bevölkerungsgruppen unterhalb der toxikologischen Referenzwerte liegt. Neben Lebensmitteln tragen jedoch weitere Quellen, wie z.B. Amalgamfüllungen bei derZahnbehandlung zur Hg-Exposition bei. Die Aufnahme von Methyl-Hg kann durch Meidung hoch belasteter Fischspezies, wie Hai oder Schwertfisch, die aufgrund einer längeren Lebensdauer und räuberischer Ernährungsweise verstärkt Methylquecksilber akkumulieren, beeinflusst werden.

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Blume, K. / Lindtner, O. / Schneider, K. / et al: Aktualisierte nahrungsbedingte Aufnahme von Quecksilber. 2011.

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