Untersuchungen zum Polyphenolspektrum und zur antioxidativen Aktivität von Tee und zur Wechselwirkungen von Teepolyphenolen mit Eisen

Schlesier,K.

Grüner, Oolong- und schwarzer Tee bieten eine gute Quelle für Polyphenole. Die Catechine sind die Hauptphenole in grünem Tee, wobei diese Substanzen teilweise auch in nicht zu vernachlässigenden Konzentrationen in Oolong- und schwarzem Tee vorkommen. Die Fermentation bedingt den Abbau der Catechine und dadurch höhere Konzentrationen von aus denGallatresten entstandener Gallussäure in Oolong- bzw. schwarzem Tee. Die Art der Fermentation ist entscheidend für das Polyphenolspektrum im Tee. Ein fein geschnittenes Teeblattermöglicht eine bessere Extraktion der polyphenolischen Verbindungen. Dieser Aspekt sollte in Zukunft für die Beurteilung von Teequalität bedacht werden. Niedrigere antioxidative Aktivität von Tee-Extrakten verglichen mit antioxidativer Wirksamkeit von Catechinmischungen lassen auf noch zu klärende antagonistische Wechselwirkungen im Tee-Extrakt schliessen.Die in vitro-Untersuchungen zu Wechselwirkungen zwischen Teepolyphenolen und Eisensalzen bzw. eisenhaltiger Säuglingsnahrung stellten die Behinderung der Eisenaufnahme durchCatechin bzw. grünen Tee-Extrakt mit der Bildung von Eisen-Polyphenol-Komplexen fest. Nach vollständiger Identifizierung der phenolischen Verbindungen in schwarzem Tee undVerfügbarkeit der Standardsubstanzen sollten diese in vitro-Untersuchungen auch mit schwarzem Tee durchgeführt werden.Aus den Ergebnissen der Humanstudie zu den Wechselwirkungen zwischen Teepolyphenolen und Eisen unter physiologischen Bedingungen lässt sich ableiten, dass der Eisenstatus ausschlaggebend ist für die Wirkung eines Teekonsums. Der Konsum von schwarzem oder grünem Tee zu einer Mahlzeit führte bei Mischköstlerinnen und Vegetarierinnen mitniedrigen Ferritinspiegeln zu Beginn der Studie zu einer Verschlechterung des Eisenstatus. Zukünftige Untersuchungen sollten den Einfluss von anderen polyphenolhaltigen Getränken,wie z. B. Kaffee, Kakao und Fruchtsäften, auf den Eisenstatus von Frauen prüfen. Die Untersuchungen zum Vergleich antioxidativer Testverfahren zeigten Unterschiede vonTest zu Test. Deswegen ist es notwendig, mindestens 2 verschiedene Tests zur Ermittlung der antioxidativen Aktivität unter Berücksichtigung der zu untersuchenden Matrix anzuwenden. Diese in vitro-Tests geben Hinweise auf ein mögliches protektives Potenzial von pflanzlichen Lebensmitteln. Darüber hinaus sind aber im Rahmen von InterventionsstudienUntersuchungen über die Verfügbarkeit von polyphenolischen Verbindungen und deren Metabolismus im menschlichen Körper notwendig, da die in vitro-Ergebnisse nicht ohne weiteres auf den menschlichen Organismus übertragbar sind.

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Schlesier,K.: Untersuchungen zum Polyphenolspektrum und zur antioxidativen Aktivität von Tee und zur Wechselwirkungen von Teepolyphenolen mit Eisen. Biologisch-Pharmazeutische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena 2003.

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