Ergebnisbericht der Task Force EHEC zur Aufklärung des EHEC O104:H4 Krankheitsausbruchs in Deutschland

Die Task Force EHEC; Bernard, H.; Bisping, M.; Broschewitz, B.; Bucher, M.; Fetsch, A.; Förster, D.; Frandrup-Kuhr, O.; Fricke, G.; Greiner, M.; Gross, S.; Hänel, C. M.; Heusler, K.; Jähne, J.; Kenntner, N.; Kliemant, A.; Kühn, K.; Kutzke, M.; Ladehoff, W.; Luber, P.; Mosbach-Schulz, O.; Müller, B.; Rampp, A.; Reinecke, A.; Rosner, B.

Im Folgenden wird über die Ergebnisse der Arbeit der Task Force EHEC bei de lebensmittelseitigen Aufklärung des EHEC O104:H4 Krankheitsausbruchs in Deutschland berichtet. In der ersten Phase der Ausbruchsaufklärung ging es darum, das mit EHEC O104:H4 behaftete Lebensmittel zu identifizieren. Hierbei wurden von der Task Force parallel zwei Strategien verfolgt. Zum einen wurde für fünf ausgewählte Ausbruchsorte mit mehreren Erkrankten eine detaillierte Rückverfolgung für dort abgegebene Salatbestandteile und rohes Gemüse durchgeführt, um Gemeinsamkeiten von Lebensmitteln und Lieferketten aufzudecken. Zum anderen wurden Sprossenlieferungen eines Gartenbaubetriebes in Niedersachsen verfolgt um zu ermitteln, ob Ausbruchsorte mit diesen beliefert wurden. Beide strategische Ansätze haben zur Erkenntnis geführt, dass mit EHEC O104:H4 kontaminierte Sprossen aus einem Gartenbaubetrieb in Niedersachsen mit hoher Wahrscheinlichkeit den Krankheitsausbruch verursacht haben. In der zweiten Phase der Ausbruchsaufklärung wurde die Quelle des Ausbruchserregers gesucht. Die Task Force EHEC formulierte Empfehlungen zum Eliminieren der Ausbruchsquelle und wertete epidemiologische Informationen zur Eingrenzung des Zeitraums, in welchem die Quelle aktiv war, aus. Weiterhin wurde die Rückverfolgung von verdächtigen Samenarten, die bei der Sprossenproduktion im niedersächsischen Gartenbaubetrieb eingesetzt wurden, initiiert. Diese Ermittlungsergebnisse flossen als Grundlage in die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit koordinierte Rückverfolgung von Sprossensamen im Rahmen der Ausbruchsaufklärung in Frankreich und Deutschland ein, welche aus Ägypten importierte Bockshornkleesamen als vermutliche gemeinsame Ursache der Ausbrüche identifizierte. Die von der Task Force EHEC entwickelte neue Strategie für die Ausbruchsaufklärung mit der engen Zusammenarbeit von Bundes- und Landesbehörden und zwischen Gesundheitsbehörden, Lebensmittelüberwachungsbehörden und Wissenschaftlern ist ein Erfolgsmodell mit Zukunft

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Die Task Force EHEC / Bernard, H. / Bisping, M. / et al: Ergebnisbericht der Task Force EHEC zur Aufklärung des EHEC O104:H4 Krankheitsausbruchs in Deutschland. 2011.

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